Nicht ohne meine Mutter!

Das ist der Leitfaden, an den sich mein Kind Nummer Zwei konkret hält. Mein Mann lacht schon und meinte erst kürzlich: „Du hast da was um den Hals hängen! Ist das dein neues Accessoire? Das trägst du ständig!“ Muahahahar … und schritt zur Arbeit davon. Ich kann mich erinnern, dass meine Mutter bei Kind Nummer Eins mit leichtem Vorwurf in der Stimme meinte: Du trägst ihn ständig! Das tat ich mit „Lass deine verstaubten Erziehungsmethoden in der Mottenkiste“ ab. Und trug würdevoll mein Erstgeborenes weiter durch die Gegend. Jetzt MUSS ich das Kind dauernd tragen. Außer ich möchte in meiner Umgebung für einen lautstarken Unterhaltungswert sorgen. Manchmal tue ich das auch. Wenn ich gut drauf bin. Und präsentiere mein An-Aus-Kind. Absetzen = An. Hochnehmen = Aus. Das können meine Tochter und ich stunden- und tagelang spielen. Am besten auch in der Nacht. Sobald sie auf mir liegt, ist sie auf jeden Fall „aus“ und der Rest der Familie kann schlafen. Juuuppppiieehhh.

Und wenn meine Tochter meinen Rücken auch nicht durch die Tragerei kaputt bekommt, so merke ich nach so manch verrenkt verbrachter Nacht, dass ich mich morgens erst einmal vorsichtig zurecht biegen muss. Aber das Thema Rücken wollte ich ein anderes Mal angehen. Eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass ich nachts mäßig bis saumäßig schlecht schlafe.

Und Schlafmangel oder eben schlechter Schlaf betrifft in der heutigen Gesellschaft nicht nur frisch gebackene Eltern, sonder auch alle, die sich durch die modische Lebenseinstellung „24/7“ diesen nicht gönnen wollen. Dabei sind wir gar nicht mehr leistungsfähig, wenn wir unter Schlafmangel leiden, sondern unkonzentriert. Dazu kommt noch eine verschlechterte Stimmung, verschlechterte Sprach- und Reaktionsfähigkeit, sowie Gedächtnisprobleme hinzu. Jetzt aber mal davon abgesehen, dass ich als Teilnehmer in einem Sportkurs ziemlich dulli da stehe und noch 20 Sekunden darüber nachdenke, was machen die da, während die anderen mich schon über den Haufen turnen, komme ich noch zu einem anderen Punkt. Der natürlich für Mamis, die eventuell wieder ihre alten Klamotten am Leib tragen wollen, ziemlich gemein ist.

Wer gut schläft, verbrennt auch Fett!

„Miste!“ wird jetzt vielleicht so manche/r denken. Aber ihr Lieben, hier kommt mein erster Tipp, bevor ich ins Detail gehe: Bleibt entspannt! Stresst euch nicht wegen ein paar Kilos, die „euren Popo in der alten Jeans grandios prall und rund erstrahlen lassen“. So hörte ich erst kürzlich vom männlichen Geschlecht. Die müssen das ja wissen! Und trotzdem stehe auch ich momentan lieber auf den Schlabberlook. Wir wissen aber alle das wird schon. Also schmeißt die Diät hin! Denn jetzt kommt’s: Stress und Hunger lassen uns nämlich auch nicht schlafen! Und wenig Schlaf behindert wiederum die Diäterfolge. Ein Teufelskreis, den keiner braucht. Wie das alles so ist, mit dem Körper, dem Schlaf und der Fettverbrennung, hier…

eine kurze Erklärung:

Schlafmangel führt in unseren Muskelzellen zu einem Rückgang der Glykolyse. So heißt der wichtigste Abbauweg von Kohlenhydraten in unserem Stoffwechsel. Für uns bedeutet das, die Zellen verbrauchen weniger Glukose zur Energieversorgung und greifen stattdessen lieber auf Proteine zu. Diese finden sie in der Muskulatur. In den Fettzellen kommt es bei Schlafmangel zu einer umgekehrten Reaktion. Die Enzyme der Glykolyse sind hier vermehrt aktiv, so als wären die Fettzellen bemüht, die gelieferte Glukose zu verwerten. Was heißt, hierbei wird der Rohstoff zum Aufbau von Fettreserven gewonnen. Kurz gesagt, Schlafmangel führt dazu, dass der Körper Fett speichert und Muskelproteine abbaut.

Ein ungesüßter Espresso kurz vor dem Sport kann auch noch einmal den Stoffwechsel antreiben. Dieser hier wurde nur getrunken, um den Tag zu überleben 😉

Klingt fies und ist es auch. Gerade wenn man schlafen möchte und keine richtige Gelegenheit dazu bekommt. Hier tröste ich mich damit, dass das irgendwann auch wieder besser wird. Bis wir, meine Tochter und ich, soweit sind, geh ich eben wegen des Spaßes zum Sport. Und ja, auch um mich fit zu halten, so dass ich gekonnt und ohne Rückenprobleme 12 Kilo lustigen Babyspeck durch die Landschaft schleppen kann.

Ich, in der Vorstufe zum Mombie!

Und allen anderen rate ich, schlaft! Immer wenn ihr könnt! Es gibt nichts schöneres und effektiveres als Schönheitsschlaf. Gerne auch nach einer anstrengenden Jumping-Stunde. Gerne bei mir. Ich freue mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser.

Ein kleiner Nachtrag noch. Ich habe nun Kind Nummer Zwei umgelegt. Sie schläft jetzt neben meinem Mann. Komischerweise schläft sie jetzt besser. Ok, ehrlich gesagt nicht immer. Aber ich schlafe besser. Irgendwie habe ich die Verantwortung abgegeben. Dafür muss ich nun immer ganz früh einen starken Espresso für meinen Liebsten kochen. Aber so ist das eben mit der Arbeitsteilung.


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