Jumping Mum. Was Mami braucht.

Letztes Jahr zu Weihnachten trieb es uns in den Süden. Aber anstelle von Palmen, Strand und Sonne, meine ich den Süden Deutschlands. Genauer gesagt die Gegend um Ulm. Meine Nichte, die dort lebt, ist auch Jumping-Trainerin und bei meinem vorletzten Besuch, erzählte ich ihr von meiner Jumping Mum – Idee. In der Zeit, seit es Jumping gibt, haben mein Mann und ich die Erfahrung gemacht, dass bei den Menschen aus Baden-Württemberg ganz schnell das Interesse geweckt ist, wenn sie eine Idee überzeugend und toll finden. Es brauchte also nicht lange, da war der Plan entstanden Jumping Mum als Nach-Weihnachtspräsent anzubieten. So stand der Termin am 27.12. um 10 Uhr recht schnell fest. Und bei mir ging die Vorbereitung für den Kurs los.

In einem Beitrag für die offizielle Jumping Fitness Seite hatte ich ja schon einmal die Grundidee zu Jumping Mum beschrieben. Wer das verpasst und Interesse an der Vorgeschichte hat, der kann hier gerne noch einmal alles lesen.

Jetzt wagte ich mich also aus meinem gewohnten Umfeld, mit den mir bekannten Mamis heraus und freute mich auf die neuen Teilnehmerinnen. Wir hatten gleich in der Planung festgelegt, dass meine Nichte in der Werbung verdeutlicht, dass das Training nicht ausschließlich für frisch gebackene Mamis ist, sondern auch für Frauen mit generell geschwächtem Beckenboden. In Berlin hatte ich die Erfahrung gemacht, dass sich bei dem Namen Jumping Mum nur ausschließlich Mamis mit ganz jungen Babys angesprochen fühlten. Aber auch Mamis, deren Kinder schon älter sind und die eine Rückbildungsgymnastik oder den Sporteinstieg durch die neue Herausforderung verpasst hatten, sollten eigentlich angesprochen sein. Am Namen kann also noch gefeilt werden.

Meine Nichte sagte mir schon Tage vorher, dass wir eine lustige Truppe zu erwarten hatten. Dort kennt man sich eben. Was aber ein schönes familiäres Ambiente ergab. Und tatsächlich kam eine bunte Frauengruppe. Vor allem was das Alter anging. Das freute mich besonders. Wir fingen also langsam und entspannt an. Das klingt ein bisschen lahm. Aber mir ist es wichtig, dass wir erst einmal alle in Ruhe ankommen. Das kann man vielschichtig verstehen. Zum einen geht es um das reine Ankommen am Trainingsort. Denn gerade wir Muttis verlassen noch mit nassem Haar, halbangezogener Jacke und nichts zwischen den Zähnen das Haus, um zu einem Termin zu kommen. Oder gibt es eine Mama, der das noch nicht passiert ist? Dann bitte, bitte verrate mir dein Geheimnis. Und diese Bitte ist ernst gemeint. Ich bin offen für alle Tipps, die das Mama-Leben einfacher machen. Aber wir waren beim Ankommen. Ich meine auch das geistige Ankommen. Das Runterkommen und da sein! Was uns meistens nicht klar ist, wenn wir richtig sitzen und unsere Fußsohlen sich richtig erden ( Ballen, Ferse, alle Zehen ) dann sind wir schon unweigerlich bei der richtigen Ausgangslage für unseren Core und damit für unseren Beckenboden angekommen. Daher lasse ich die Mädels sich erst einmal „richtig“ setzen. Füße komplett aufgestellt. Die ganze Fußsohle spürt die Erdung. Unser Rücken ist aufgerichtet, die Schultern sind entspannt und Hals und Kopf sind die Verlängerung der Wirbelsäule. Und wir atmen! Tief durch die Nase ein. Unsere Bauchdecke hebt sich. Durch den Mund aus. Der Bauchnabel zieht, bildlich gesprochen, zur Wirbelsäule.

Alle Jumping Cracks greifen sich jetzt wahrscheinlich an den Kopf und drehen sich im Kreis 🙂 . Aber ja, wir Mamas kommen erst einmal an, um es uns später genauso intensiv zu geben. Das alles bewusst und mit vollem Bewusstsein für die ausgewählten Körperzonen.

Zu diesen Zonen sage ich ja immer: – Bauch, Beine, Po – gibt es oft und überall. Außerdem sind diese Körperbereiche mit Jumping schon gut abgedeckt. Daher widme ich mich auch gerne, neben dem Beckenbodentraining, den Armen. Stichwort Winkearm. Der Brustmuskulatur. Denn ich sage aus eigener Erfahrung, eine Brust kann auch nach dem Stillen gut trainiert werden. Frau muss nur dranbleiben. Dem Schulter – und Nackenbereich. Fast jede Mami hat vom Tragen ihres Kindes einen recht runden oberen Rücken. Der ganze Rücken ist sowieso immer dran. Die meisten Mütter haben wirklich Rückenschmerzen. Und andere stören sich einfach nur an den kleinen Röllchen, die sich gerne mal hinten bilden.

Also begeben wir uns nach dem Sitzen in die Aufwärmphase und kommen so zu meinem wichtigsten Schritt im Mami-Training. Dem Tip Toe.

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Hier mit Turnschuhen. Beim Mum Training auch gerne in Stoppersocken oder Zehenschuhen.

Es ist ein leicht verwirrender Name, denn es wird nichts getippt, sondern die Füße sind in der Mitte des Trampolins fixiert und die Ferse hebt ab und drückt sich wieder ins Tuch. Und hier bestehe ich wirklich auf das richtige abrollen. Daher lasse ich den ganzen Song nur „abrollen“. Auch mal im ganz leichten Jogging. Aber das „abrollen“ muss ins Blut übergehen. Für den Beckenboden! Für unsere ganze Haltung! Und gegen den Schwangerschaftswatschelschritt. Außerdem möchte ich gerne im späteren Training nur Mädels sehen, die ihre Füße richtig nutzen. Und allein dadurch schon ihre Mitte stärken. Und ihre Haltung verbessern.

Klingt ziemlich einfach. Ist es eigentlich auch. Und trotzdem gehört das richtige nutzen unserer Füße zu den Dingen, die wir in unserem stressigen Alltag und in täglich festem Schuhwerk, vollkommen vergessen. Und ich rede jetzt nicht nur über Mamis.

Mein Mann und ich hatten in dieser Hinsicht nach meiner ersten Schwangerschaft einen unglaublichen Aha-Effekt. Mein Sohn war bereits sechs Monate als ich mit Jumping startete. Davor machte ich regelmäßig anderen Sport. Mitunter ging ich joggen. Das im Stadion. Das Stadion ist in der Nähe unseres allerersten Büros. Daher war mein Mann meinen rennenden Anblick gewohnt. Ich denke, drei Wochen nachdem ich bereits mit Jumping gestartet hatte, wollte er mich von einer meiner Joggingrunden abholen und fand mich nicht. Nicht, weil ich nicht dort war. Sondern weil sich meine Haltung so unglaublich gewandelt hatte und der Watschelgang weg war.

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Mit verbesserter Haltung kann ich auch das joggen locker sehen.

Ich weiß, dass vielen beim Tip Toe zu Beginn gerne die Füße einschlafen oder schmerzen. Klar, das Einschlafen kann an zu eng gebundenen Schuhen liegen. Das Schmerzen kann tatsächlich an der ungewohnten Bewegung und dem Training für die Fußmuskulatur liegen. Zum Thema Fußbekleidung werde ich genauer in einem anderen Beitrag eingehen. Zurück zu meinen Mamis.

Meine Mamis lasse ich nach dem Aufwärmen dann noch anständig schwitzen. Ob zu Skippings ( schnelle Dribbelschritte ), zu leicht bis hüftbreit geöffneten Squats, Brustliegestützen oder über kreuz Schrittkombination. Jede kommt auf ihre Kosten. Ohne Stomping und geöffnete Schritte. Das mit der Anstrengung geht aber trotzdem.

Nachdem alle genügend gesportelt haben, kommen wir zum beliebtesten Teil. Der Entspannung. Schön runterkommen für die Kinder daheim. Das Glücksgefühl, das die Endorphine durch den Körper strömen lassen, wahrnehmen. Und für die, die möchte gibt es mit Lavendelöl noch eine Mini-Nackenmassage.

Das Training dort kam super an und schon einen Tag später wurde hitzig diskutiert, wer von den Trainern vor Ort die HEALTH- oder MED-Ausbildung mitmachen möchte. Ich hoffe es klappt und die tolle Truppe kommt bald zu ihrem regelmäßigem Training.

Wir hier in Berlin jumpen erst einmal locker flockig zum offiziellen Programm weiter. Ich fiebere schon mal der HEALTH-Ausbildung entgegen. Und freue mich auf euch. Als Teilnehmer oder als Leser.

 


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