Der Vorsatz bleibt oder Mami vs Alltag

Alle, die nun denken: Auwei, der Zucker ist wieder bei ihr eingezogen. Die kann ich beruhigen. Ich halte mich gut und das wird von diesem wahnsinnig guten Körpergefühl und dem wachen Geist unterstützt. Kurz, was dass angeht, ich fühle mich irre fantastisch. Auch mein Mann ist sich nun sicher, ich bekomme keinen Zucker mehr.

Das fantastogalaktische Gefühl ebbte allerdings vorgestern etwas ab. Denn …. mir droht „DIE WOCHE“! Ich hätte jetzt gerne so einen Einspieler, wie bei „Psycho“ oder „Der weiße Hai“. Ich hatte von dieser „Woche davor“ schon einmal berichtet. Wer nun immer noch auf dem Schlauch steht … was haben Frauen alle Monate mal??? Genau, irre schlechte Laune! Und irgendwie denke ich so langsam, dass man als weibliches Wesen so eine Art Tollwut-Hormone für diese Zeit im Körper eingelagert haben muss. Ich meine, was soll das anderes sein? Wenn man mental so am abdrehen ist? Denn in der Tat fühle ich mich in meinen Normalphasen ohne Zucker enorm. Doch nun kommt es wieder. Der Kreislauf. Der Dauerhunger. Das Verlangen. So als wolle mir mein Hormonhaushalt sagen: „Ätschebätsche, in dieser Woche kommst du nur mit einer Masse an Kohlenhydraten, am besten in Form von Einfachzuckern, als Energieträger über die Runden ohne aus den Latschen zu kippen. Das habe ich mal so für dich gedreht.“

Da ich aber zum Glück einen kleinen Erinnerungsspeicher eingebaut habe und ich deshalb weiß, wie toll und leicht sich mein Körper ohne „den Stoff“ anfühlt, kann mich meine Nervhormonphase mal gern haben. Ich zeige ihr also die kalte Schulter und versuche hart zu bleiben, auch wenn es mich mehr Kraft kostet. Ich bin mir sicher, es lohnt sich.

Die ersten Schritte sind getan. Nun will ich kein zurück!

Aber das ist ja nicht der Alltag, den ich meine, und eigentlich bin ich von meinem Thema heute abgeschweift. Ich möchte mal wieder über den Alltag sprechen, der sich jeder Mami kontinuierlich in den Weg stelzt. Mein vorgenommenes Sportprogramm ist ein Weg mit tausend fiesen, spitzen, großen und monströsen Felsklumpen. So dass ich manchmal nur noch wütend aufschreien möchte. Wenigstens führt mich meine zusätzliche Energie, die ich durch meine zuckerfreie Phase erlangt habe, dazu, dass ich meine Übungen im Notfall auch auf dem Wohnzimmer-Boden turne.

Aber ein Alltagsbeispiel. Mein Vorsatz ist jeden Dienstag vor dem Büro ins Fitnessstudio zu gehen. Das Studio ist im selben Gebäude, daher kein Problem. Denkt man. Die erste Woche war das alles auch noch super und hat prima geklappt. Die zweite Woche war meine Tochter krank. No office, no sports. Diese Woche, wird genau am Dienstag die Heizung und der Klimbim abgelesen. Ab 8 Uhr. Ok, es ist alles gepackt. Wenn sie pünktlich sind, und das waren sie in meinen verschlafenen Studentenzeiten IMMER, dann schaffe ich die Kita und die Ankunft im Fitnesstempel pünktlich um 8.30 Uhr und kann wie abgemacht, spätestens um 10 Uhr im Büro sein. So der Plan. Tatsächlich denken die Heizungsableser seid ich Mami bin: „Ohhhh, die Arme, die lassen wir noch ein wenig länger schlafen.“ Dann gehe ich eben in Sportklamotten zur Arbeit und gebe wenigstens äußerlich den Anschein, als hätte ich etwas mit Sport zu tun.

Doch da frage ich mich in der Tat: Muss das so? Oder bin ich einfach so unflexibel? Allerdings war das nur ein Beispiel. Immer wenn ich versuche in irgendetwas eine Routine hinein zu bringen, dann krätscht mir ein Termin, eine Krankheit, ein Ehemann oder ein Kind dazwischen. Muss man da stoisch hart bleiben? Geht das nur mir so? Sind mütterliche Termine zweitrangig? Sind Mamis selbst dafür verantwortlich, dass sie so ernst genommen werden, dass sich der Heizungsableser nicht traut nur eine Sekunde zu spät zu kommen?

Ich liebe die Berliner Street Art. Hier bin ich über ein schönes Sprüchlein gestolpert.

Da habe ich mir für das neue Jahr vorgenommen mehr auf mich zu achten und dann ist es das, was mir schwerer fällt als alles andere. Aber wirklich, ich bekomme es irgendwie nicht hin. Da wollte ich mir mal eine Kosmetikbehandlung gönnen. Die eine Kosmetikerin ruft nicht zurück, bei der anderen funktioniert die App nicht, über die man ausschließlich Termine buchen kann. Hart bleiben? Penetrant sein? Selbst da kommt mir der Alltag mit seiner Arbeit dazwischen. Oft fällt mir nämlich letztendlich erst am Abend dann wieder ein, dass ich doch mal den Tag nach anderen Kosmetikstudios gucken wollte. Online. Vom Laptop aus. An dem ich doch eigentlich den halben Tag sitze.

Oder einmal shoppen. Für mich. Welche Mami lacht jetzt schon laut? Ich füge mich, wenn es einfach keinen Tag, die Woche zu geben scheint, an dem man mal blau machen kann und bestelle online. Das ist gar nicht mein Ding. Die Verpackung. Das nicht fühlen können. Das zurückschicken. Resultat, dass ich, bis auf Socken tatsächlich alles wieder zurückschicken muss und dann noch meinen Rückerstattungen hinterher renne. Wofür ich ja eigentlich auch keine Zeit habe. Na, wenigstens klappt es Klamotten für die Kids Klamotten zu besorgen.

Ich bin, denke ich, auch ohne Kinderkrankheitsausfallwoche und Aufholarbeitsaufgabenjagd ein schwerwiegender Fall. Und ein bisschen Egoismus täte in der Tat gut. Aber wie und wo lernt man den?

Mein Mann ist über einen „lustigen“ Post gestolpert und wollte mich per Nachricht daran teilhaben lassen. So sah meine Antwort aus. Da kann ich nur sagen: So geht das nicht weiter!

Trotzdem möchte ich nicht aufgeben. Nö. 2020 habe ich mir vorgenommen, mehr auf mich zu achten. Punkt! Heizungsableser und andere Terminbomben, die da noch kommen mögen, dieses Jahr ziehe ich durch, auch wenn ihr versucht mich schon in den ersten Wochen aus dem Takt zu bringen. Also Platz da!

Einen festen Termin habe ich ja zum Glück schon. Meinen Kurs am Donnerstag Abend. Geht also doch irgendwie mit der Routine. Gut, es ist ein Arbeitstermin, aber ich bin mir sicher, ich kann das auch mit Freizeitterminen irgendwann hinbekommen.

In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser.


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