Die Hektik bleibt bitte draußen!

Leute, die mich persönlich kennen, die beginnen jetzt sicher herzlich zu lachen. Denn ich bin Hektik. Mein zweiter Vorname scheint Hektik zu sein. Und solche wie mich trifft es dann in der Adventszeit als erstes. Ok, das ist auch nicht ganz richtig. Also eigentlich trifft es mich ziemlich spät, dafür dann mit geballter Kraft. Logisch.

Es gab tatsächlich Zeiten, da war ich Ende November mit meiner Weihnachtsplanung und Weihnachtsgeschenkbesorgetätigkeit bereits fertig. Wollt ihr raten? Das ist ungefähr acht Jahre her. Genau, mein Großer ist dieses Jahr sieben geworden.

Aber ich möchte nicht alles auf die Kinder schieben. Eigentlich denke ich, dass ich innerlich schon immer irgendwie ein unruhiger Geist war und in meiner Entwicklungsphase bereits an den Punkt gekommen war, mehr Ruhe in mein Leben zu tragen und zu bringen. Ohhhhhmmm.

Dann wurde ich schwanger. Da ist dann halt alles noch mal auf Null gedreht. Macht nichts. Durch die Kinder ist Weihnachten auch für mich als Mama viel schöner geworden. Außerdem frage ich mich, wozu die Hektik? Denn ich höre schon heraus, dass sich die Kinder am meisten auf die Ferien, die gemeinsame Zeit mit ihren Eltern, das gemeinsame Wegfahren und dann erst auf die Geschenke freuen. Klingt doch alles ganz locker. Und ich freue mich auch schon.

Denn am und ab dem 24.12. mach‘ ich Pause. Beine hochlegen. Mein Mann ist ja da. Mir entfuhr gerade ein herzliches Lachen, denn ich weiß er liest den Beitrag auch. Das lasse ich also einfach mal so stehen.

Aber in der Tat stelle ich fest, ich setze mir immer irgendwelche Deadlines, an denen mein Akku dann – schwupp – auf Aus schaltet. Davor rödel ich wie eine Verrückte und komme nicht runter. Manchmal gönnen mein Mann und ich uns eine Wellness-Auszeit. Während er nach zwei oder drei Stunden Sauna vollkommen glückselig die Räumlichkeiten verlässt, stolpere ich bereits in der Umkleide schon hektisch über meine eigenen Hosenbeine, weil ich die nicht schnell genug hochgezogen bekomme. Denn sobald ich vor der Tür der Therme stehe, muss ich nach Hause rennen, um in meiner, mir selbst verschuldet abgekürzten Zeit noch Dies und Jenes zu erledigen und dann -husch husch – die Kinder abzuholen.

Mein Mann sieht mich dann nur tiefenentspannt an und schüttelt seinen Kopf wie Flash aus Zoomania. Also er ist nicht wie Flash, aber in meinem kleinen Hektik-Moment-Ausraster kommt er für mich so rüber. Denn wenn wir schon bei Vergleichen sind, dann bin ich Hammy aus Ab durch die Hecke. Aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Und in dieser Minute, wenn wir aus der Wellnesslandschaft in den Alltag treten, könnten wir unterschiedlicher nicht sein.

„Meine Eltern!“ würde sich unsere Tochter denken, wenn sie in manchen Situationen anwesend wäre.

Ich habe auch schon mit ihm darüber gesprochen, dass ich gerne auch mal so schnell runterkommen würde und dass ich auf der Suche nach meinem Weg zur Entspannung bin. Zwei Stunden Wellness scheint bei mir so etwas auszulösen wie eine Null Diät. Einen fetten Jo-Jo-Effekt. Also ist es das wohl nicht für mich. Klar, weiß ich, dass ich mich durch Sport entspanne. Aber wenn ich zum Beispiel vor der Arbeit laufen gehe, dann komme ich auch wieder zu meinem Hammy-Vergleich von oben, nur, dass ich dann schon die Cola getrunken habe. Entschuldigt, aber die Filmkenner, wissen jetzt was ich meine. Ich renne schnell, denn ich muss ja zur Arbeit. Es ist also nicht der Körper. Es ist der Kopf.

Eine befreundete Mama, die nun seit einem Jahr Mama ist, sagte auch zu mir, dass sie sich nur noch gehetzt fühle. Denn es gäbe nur noch Termine. Selbst die „Freizeit“ sei ein Termin, denn sie müsse spätestens nach zwei Stunden eben wieder ihre Kleine nehmen. Wahrscheinlich müssen wir uns eher in kindlichen Freizeitaktivitäten wiederfinden?!?

Aber was tut man, wenn man das nicht ist? Wenn man nicht gerne rutscht oder schaukelt, weil es einem da komisch im Magen werden kann? Wenn man einen Malanfall hat, wenn das Kind so Null Bock auf malen hat? Wenn man sich zum Basteln zusammenreißen muss, weil man sich nur selbst die Tatzen zusammenklebt und die Kinder derweil die Hilflosigkeit der Mutter ausnutzen und die Tischdecke zerschneiden? Wenn man eben lieber Lego baut, als Rennbahn spielt? Und wenn man keine Lust hat die Püppi ein zweiunddreißigstes Mal anzuziehen?

Dann muss man eben einen anderen Weg aus der Hektik finden. Aber zur Beruhigung, es gibt dennoch genügend Momente, in denen ich mich mit meinen Kindern fallen lassen kann. Auch wenn unsere Freizeitaktivitäten etwas differieren.

Aber mir fällt gerade auf, wenn eh schon alles so hektisch ist bei mir und in mir, dann ist Weihnachten doch nicht so schlimm, wie ich dachte. Und wer weiß, vielleicht finde ich ja in dieser besinnlichen Zeit eine Lösung für meine innere Unruhe. Das Trampolin ist auf jeden Fall schon mal verpackt und kommt mit auf die Weihnachtsreise. Ich mache keine zwei Wochen ohne das bellicon. Und wie schon gesagt, mein Mann ist ja da. Da bleibt für mich viel Zeit zum schwingen und zum jumpen. Und um zur Ruhe zu kommen. Und positiv gesehen kann ich mir ja so auch einen wunderbaren Vorsatz für 2020 setzen. Oooohhhhhhmmmmm!

Mit im Gepäck. Da kann das mit der Entspannung ja nur klappen.

In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser. Und ich wünsche euch wunderbare, friedliche und besinnliche Weihnachten.


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