Kamikaze Kids zum Fest

Ich weiß nicht wie es bei euch aussieht, aber bei uns herrscht das Chaos. Noch mehr als sonst. Denn meine Kinder sind zu Weihnachten ultra aufgeregt und das zeigt sich in akuten Tobeaktionen.

Nun leben wir ja in „Helicopter-Länd“ und daher frage ich mich ständig, in wie weit ich meine Überwachungsposition als Mutter ausführen soll oder muss. Denn in dieser weihnächtlichen Ausnahemsituation sollte ich eigentlich immer daneben sitzen und die Kids an die Leine nehmen. Ganz schön anstrengend und kommt für mich, wenn ich Heilig Abend noch nervlich einigermaßen stabil überleben will, nicht in Frage.

Der Countdown läuft. Ab jetzt wird es für uns Eltern ernst, denn die Aufregung der Kinder steigt ins Unermessliche.

Tatsächlich komme ich irgendwann zu dem Punkt, dass ich sie machen lasse und greife nur ein, wenn ich mir Sorgen mache, dass ich Weihnachten in irgendeiner Notaufnahme verbringen könnte. Ich selbstloses Mutterding, ich.

Aber in der Tat zerlegen meine Kinder alles. Letztes Jahr haben wir meine Schwester besucht und mein Großer schaffte es circa eine Stunde nach unserer Ankunft sich den Kopf derart blutig zu schlagen, dass wir eine kleine Nähsession beim Arzt in Erwägung ziehen mussten. Wir haben uns dagegen entschieden und unser Sohn hat jetzt eine „männliche“b Narbe, die ab uns an zwischen seinen Massen an Haar aufblitzt. Seitdem zucken wir, die Eltern, bei jedem lauteren Aufschrei zusammen und sind vollkommen unausgeglichen, so dass auch kein Liter Glühwein mehr helfen könnte. Ich spreche hier von einem Liter pro Elternperson. Andererseits können wir uns nicht ganz dem Helikopter- und aber auch nicht dem Trinker-Dasein hingeben. Eine prekäre Situation.

Nun ist unsere Kleine auch noch in dem Alter, in dem sie sich ziemlich von diesem Weihnachtsding anstecken lässt, ohne jetzt vielleicht richtig zu ahnen was es bedeutet. Das führt dazu, dass es einen halben Tag nach der Ankunft im Ferienhäuschen so aussieht wie bei uns zu Hause nach einem Spielmarathon. Hier musste das große Sofa gleich mal leiden und alle Kissen wurden herausgezogen und zu opulenten Türmen gebaut, von denen man herabspringen konnte. Juhu!, denkt da die Mutter. Nach einigen Minuten der Ermahnung gaben mein Mann und ich auf. Die Aufregung der Kinder lässt sich vor der Ankunft des Weihnachtsmanns eh nicht drosseln. So müssen wir eben nur darauf achten, dass sie nicht die Fenster einschlagen, die Bude anzünden und den Abend heil angehen können.

Die ursprüngliche Form der Couch wurde etwas umdesigned. Zum Glück sind die hohen Sofakissentürme bereits Geschichte.

Ab und zu bin ich gemein und sage so etwas Mutterfieses wie: „Wenn du nicht aufpasst, dann haben wir eben mehr Geschenke für uns.“ Ich weiß, das ist nicht die feine englische Art, aber es wirkt. Für ungefähr 30 Sekunden, in denen ich noch einmal einen großen Schluck Glühwein zu mir nehmen kann.

So zählen wir Großen die Minuten wie die Kleinen auch. Und warten ebenso sehnsüchtig auf den Weihnachtsmann. Wir allerdings mit dem hoffnungsvollen Gedanken, dass damit endlich mal Ruhe einkehrt. Dieses Jahr haben wir uns vorgenommen das „Geschenke auspacken“ zu würfeln. Jeder darf würfeln und wenn der- oder diejenige eine sechs gewürfelt hat, dann darf er oder sie sein/ ihr Geschenk aufmachen und die anderen gucken zu. Wir hoffen so den Heiligen Abend mal zu entschleunigen und die Aufregung aus unseren Zwergen raus zu bekommen. Für ein ruhiges und besinnliches Weihnachten.

In dem Sinne genießt alle eure Weihnachtsfeiertage!


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