Das Zuckerdingens und der Vorsatz

In meinem letzten Beitrag habe ich mich ja geoutet, dass ich wieder damit begonnen habe mir zu Jahreswechseln Vorsätze zu machen. Ich bin jetzt nicht so, dass ich damit um Null Uhr Eins am 1. Januar beginne. Lege aber meine Starttermine schon noch in den ersten Monat im Jahr.

Schon jetzt sehe ich, dass der Punkt „Mehr Zeit für mich“ ein dickes Stück Arbeit für mich sein wird. Aber ich werde mich anstrengen. Was auch schon recht chaotisch anfing und zwar letzten Montag, war mein Vorhaben meinen Zuckerkonsum auf Null zu setzen für ein paar Tage. Genau genommen 30 Tage. Und ich muss so ehrlich sein, dass ich schon gestern, wer nachrechnet an Tag 2, am Kalender stand und mal geguckt habe, wann denn Tag 30 erreicht ist. Beim visuellen Erfassens der Dauer ploppte in Sekundenschnelle der Gedanke: Ganz schön lange! in meinem Kopf auf. Aber genau diese Reaktionen sind der Grund und meine Motivation.

Über meine Sugarlove hatte ich ja bereits schon einmal geschrieben und als ich über Hannah Frey’s Buch „40 Tage zuckerfrei“ stolperte, musste ich den Test zu Beginn der Lektüre gar nicht machen, um mir eine einwandfreie Zuckersucht zu diagnostizieren. Das weiß ich einfach.

Hmmm… schwere Wahl. Der Schokopudding? Oder die Quinoa-Joghurt? Erstmal der Joghurt!

„Moment!“, wird jetzt der ein oder die andere sagen. „40 Tage???“ Genau, und ich habe von 30 Tagen geschrieben. Das ist einer der Gründe, warum ich mir das Buch schlussendlich gekauft habe. Abgesehen von den leckeren Rezepten, aber dazu später mehr. Hannah Frey setzt auf Reset und Restart. Das bedeutet, nach 30 Tagen gänzlichem Entzug von industriellem Zucker und Süßungsmitteln, wie zum Beispiel auch Honig, holt man sich die Kohlenhydrate zurück in sein Leben. Und das ist etwas mit dem ich vollkommen d’accord gehe. Denn No Carb oder solche Spässchen kommen mir nicht ins Haus. Ich stehe nämlich auf Basics. Und wenn wir mal alle ganz tief in uns gehen, dann lasst uns erinnern was wir mal in Bio so ganz, ganz früher als Urschleim gelernt haben. Und zwar unter dem Punkt Nährstoffe. Unsere lebensnotwendigen Nährstoffe sind Eiweiß, Fette und Kohlenhydrate. Natürlich in gesund und nicht industriell zugesetzt. Aber das können wir ja durch selbst kochen bewerkstelligen. Daher mein Standpunkt: Einseitige Nahrungskonzepte kommen mir nicht in die Küche und nicht auf den Tisch. Aber die „Fettangst“ haben wir ja auch schon überwunden, da wird die Kohlenhydratphobie sicher auch irgendwann das Zeitliche segnen. Alle die Low- oder No-Carb machen, sollen natürlich glücklich damit werden.

Aber zurück zum Thema, ich setze mich nun also 30 Tage auf Entzug. Eigentlich gar nicht so schwer, da ich eh‘ nicht auf Fertigessen und so stehe und das bereits in einer „vorkindlichen“ Phase aus meinem Leben verbannt habe. Seit ich allerdings Kinder habe, ist mein bewusster Süßigkeitenkonsum extrem gestiegen und ich hänge bestimmt schon in Gold gerahmt an einer Bürowand eines Gelatineverwerters mit sechs Buchstaben als „best buddy ever“. Tatsächlich haben bestimmt schon einige Leser herausgefunden, dass ich als Mutter meine Schwächen hatte an Futter zu kommen. Ich sag nur: unterzuckert – Tüte auf – Inhalt ungefiltert rein – Zittern weg – Essen fertig! Das ist nun natürlich sehr extrem ausgedrückt, aber mein Mann würde solche Szenen bestätigen. Also heißt es nun für mich Schluss aus!

Und das ist der Grund warum es doch nicht so easy ist, wie vermutet. Schon gestern, an Tag 2, gab es eine kleine, eine wirklich, wirklich kleine Stresssituation im Büro und sofort schaltete mein Kopf auf: Ich brauch was Süßes! Dieser fiese Gedanke verfolgte mich dann bis ins Bett. Und das möchte ich weg haben. Zu diesem Dauergedanken gesellten sich dann auch noch Kopfschmerzen und schlechte Laune par excellence. Mein Mann fragte schon, ob er vielleicht gleich 30 Tage an seinem Arbeitsort bleiben soll und ob es den Kinder gut ginge? An alle, es geht allen gut und sie befinden sich (noch) außer Gefahr. Ich schreibe „noch“, denn die Kinder bekommen ja noch ab und zu etwas Süßes. Das wäre mir zu viel Stress, wenn wir zu dritt mit unterirdischer Laune auf die Rückkehr meines Mannes und ihres Papas warten würden. Außerdem wäre seine Angst dann vielleicht so groß, dass er tatsächlich sagt: „Ich bleib erstmal weg bis das gröbste überstanden ist.“ Es wäre ihm in der Tat nicht zu verdenken. Also sorge ich dafür, dass die Kids wenigstens erstmal so bleiben wie sie sind. Und muss daher aufpassen, dass ich mich nicht einmal in einem Entzugswahn wie ein verhungernder Zombie auf ihre Teller stürze.

Warum es auch nicht ganz so easy wird ist mein fehlendes Organisationstalent für eigene Dinge. Im Job bin ich super im organisieren. Im Alltag versage ich und das fängt beim Kochen an. In „Zuckerfrei in 40 Tagen“ sind viele wunderbare Rezepte. Ebenfalls ein großer Grund, warum ich es mir zugelegt hatte. Ich bin nämlich planlos und daher auch der Griff zur Süßigkeiten-Tüte, wie oben beschrieben. Durch die Rezepte habe ich eine Vorgabe, was ich machen kann, um genussvoll 30 Tage ohne den Süßkram auszukommen. Super finde ich auch, dass ich mich nicht winde, wenn ich mir die Zutaten angucke. Was kann ich mich an Diäten in meiner Jugendzeit erinnern, in denen ich Zeugs runtergewürgt habe, nur mit Bedacht darauf, dass die Geschmacksknospen meiner Zunge damit bitte nicht in Berührung kommen. Ja, ich mag nicht alles und ich essen nicht alles. Zum einen weil ich es nicht mag oder weil ich es nicht vertrage. Und in Zuckerfrei finde ich zu 90 % Rezepte, die ich gut finde!

Auch wichtig: Viel trinken!

Aber wir waren ja bei meinem Organisationstalent oder eben nicht. Die Overnightbowls zum Frühstück hatte ich noch erfolgreich umsetzen können, aber beim Kochen hapert es mächtig. Nicht, weil ich kein Kochtalent habe, sondern, weil ich es verpenne. Meine Kleine bekommt ja meistens zur Koch-Hour einen Anfall und möchte nur auf Mama’s Arm. Dann schiebe ich es auf, wenn die beiden im Bett sind. Nur das meine Kids noch voll im Ferien-Yumm sind und daher denken, dass es ok ist, erst um 21.30 Uhr die Äuglein zu schließen. Dann, wenn ich schon so knülle bin und die Küche eigentlich mittels einer Explosion von meiner Restwohnung abtrennen möchte, damit ich diesen Raum nicht mehr betreten muss. Ich habe mich nun doch durchgerungen spät abends noch etwas zu kredenzen. Das killte meine abendlichen Arbeitsnachtschichten und lassen mich nun einiges aufarbeiten müssen. Ihr seht schon, die Reaktion ist … ? Stress! Stress führt bei mir zu…? Genau, ich brauch was Süßes!

Gut, zwei Tage, har har, habe ich ja schon hinbekommen. Heute kommt Tag 3 und trotz vollkommener Planlosigkeit möchte ich mich dieses Mal nicht davon abbringen lassen den Zucker loszuwerden. Ich kann mich nämlich noch an die Zuckerfrei Phase vor den Kindern erinnern, da war ich energiegeladen, fühlte mich leicht und meine Haut strahlte. Daher arbeite ich mich nun bis Tag 31 vor, an dem ich wieder Kohlenhydrate zu mir nehmen kann, soll, darf. Ist doch schön, wenn man ein Ziel hat.

Am wichtigsten: mein bellicon!!!

Zwischendurch gehe ich natürlich aufs bellicon. Steht auch in Hannah Frey’s Buch. Sport hilft gegen Heißhungerattacken. bellicon ich komme! Und ich bin gespannt, ob ich es tatsächlich bis zum 5.Februar zuckerfrei schaffe. Drückt mir die Daumen.

In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser.


Ein Gedanke zu “Das Zuckerdingens und der Vorsatz

  1. Vorsätze habe ich auch nicht, sondern Pläne. Und ja, Die Ernährung nach dem Dezember braucht eine Wendung. Komplett auf Zucker kann ich nicht verzichten aber man kann lernen weniger zu verwenden. Keine süßen Getränke und auf süßes zu verzichten ist nicht so schwer wie man vielleicht denkt. Toller Beitrag! Liebe Grüße!

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