Was war, was ist, was auch immer …

… sein wird. Könnte man sagen. Vorsätze machen? Tatsächlich mache ich mir wieder welche seit ich Mama bin. Viele haben mit -Überraschung- Erziehung zu tun. Aber eigentlich mit der Art, wie ich erziehen möchte. Wie meine Erziehung bisher gefruchtet hat. Also eigentlich schlußendlich mit mir. In der Tat fange ich zum Ende des Jahres immer an selbst zu reflektieren. Oft mehr als vielleicht gut ist. Und ich muss auch immer aufpassen, dass ich nicht allzu streng mit mir werde. Andererseits sage ich mir auch, lieber etwas zu streng mit sich selbst als selbstverstrahlt durch die Gegend zu ziehen.

Und dann kommen natürlich auch so Fragen auf, warum ich heute so bin und da bin, wo ich bin? Was ich hätte eventuell anders machen können? Und was ich vielleicht deshalb in Zukunft anders machen möchte? Die Frage, ob ich offen genug war für Neues? Oder ob ich zu verschlossen war, weil ich Angst hatte, dass ich zu naiv wirke? Dann kommen natürlich die Fragen, warum sich manche Freundschaften in selbst auflösen? Gerade auch seit ich Mama bin. Ich war ja schon immer ein nicht so telefonfreundlicher Typ. Soll jetzt nicht heißen, dass ich am Telefon unfreundlich bin, sondern, dass das nicht mein Gerät ist. Und auch die Zeiten des Mobiltelefons haben daran nichts geändert. Mein Mamatum hat natürlich meine Telefonfaulheit auch noch erhöht. Ganz ehrlich nach einem Tag Kindererziehung, rede ich zum einen nur noch Gugu und Gaga. Bekomme oft keinen klaren Gedanken mehr zusammen und bin einfach nur froh, wenn dann mal Stille herrscht. Auf lange Telefonergüsse bin ich dann nicht aus. Früher war ich zudem eine gute Zuhörerin, mittlerweile schaffe ich den Dreh nicht mehr. Denn mir wird den ganzen Tag und ständig mit Kindersorgen ( aus kindlicher Sicht durchaus berechtigt, was hat zum Beispiel die Puppi auch wieder, zum zweitausendsten Mal die Hose falsch ‚rum an’zogen!?!) und mit wichtigen Themen („Mama, mach stinki!“ Tochter. „M.A.M.A. wo sind meine Pokemon-Karten?“ Sohn.) in den Ohren gelegen. Und zwar so, dass -Entschuldigung- ich noch nicht mal meinen Stinki in Ruhe machen kann. Welche Mami kennt das nicht? Da bleiben dann eben Freundschaften auf der Strecke, wenn man danach für weitere Alltagssorgen erwachsenerart nicht auch noch ein Öhrchen hat.

Na gut, das war jetzt meine Begründung für mein Telefon-Trauma. Aber wahrscheinlich ist es auch einfach so, dass es Menschen gibt, die mehr oder eben auch weniger Verständnis haben. Und die dann eben ausschließlich Wegbegleiter für eine bestimmte Strecke sind. Dennoch gibt es Freundschaften, die man ja gehegt hat und die eine Wichtigkeit hatten. Über diese verflossenen Freundschaften und deren Möglichkeiten sowie Unmöglichkeiten mache ich mir gerne in diesen Tagen Gedanken. Und eben darüber was ich hätte anders oder besser machen können, um der Freundschaft noch mehr Lebensenergie einzuhauchen. Vielleicht helfen die Erkenntnisse für eine Wiederbelebung oder eben später bei einer anderen Freundschaft.

Meine Kinder haben natürlich in dieser Zeit des Insichgehens eine hohe Priorität. Sozusagen Firstclass im Mama-Gedanken-Flieger. Und die Tatsache, warum ich mich ständig so „durch“ fühle? Wahrscheinlich geht es jeder Mum so und nach außen hin wirken wir nur auf uns Mamis gegenseitig so happy, ausgeglichen und unbelastet. Ich würde gerne im neuen Jahr eine Woche Urlaub machen. Und zwar von meiner Familie. So dass ich mich wieder total auf sie freue. Klingt ganz schön arg. Aber wahrscheinlich bin ich gar nicht allein?! Auftanken für das pausenlose Gequassel, die spontanen und extrem lauten Trotzphasen-Wutausbrüche, die Keinen-klaren-Gedanken-fassen-Zeit, die keine Erwachsenengesprächmöglichkeit-ohne-dass-jemand-in-dem-Moment-etwas-wichtiges-sagen-möchte (siehe oben) und keine Sekunde Freiraum (siehe auch oben). In dem Zusammenhang stehen natürlich Fragen, warum meine Kids immer dazwischen sabbeln, wenn ich nur mal einen Satz mit ihrem Vater sprechen möchte? Versagt? Oder ist das so? Warum sie dauerhaft an mir kleben und nicht mal alleine spielen können? Versagt? Oder ist das so? Warum sie so explosionsartig bersten und sich auf den Boden schmeißen, wenn ein Ahornblatt vom Wind gepustet falsch ihren Weg kreuzt? Versagt? Oder ist das so? Warum, wenn ich ihnen Essen kochen möchte, das nicht möglich ist, weil sie vor lauter Hunger an meinem Bein hängen und es nicht einsehen, dass ich gerade für sie koche, wo sie doch jetzt Hunger haben? Versagt? Oder ist das so? Warum sie so unsäglich ungeduldig sind und nie warten können? Versagt? Oder ist das so? Und warum ich mich, im Gegenzug zu ihrer Ungeduld zigfach wiederholen muss? Versagt? Oder ist das so? Blub. Blub. Blub. Eigentlich denke ich tief in mir, wahrscheinlich ist das alles einfach nur so! Und ich bekomme diese benannten Szenen bei den anderen nur nicht mit. Sie spielen sich ja auch meistens daheim ab, außer die mit dem Blatt! Aber in der Außenwelt scheinen kindliche Launen und kindliches Verhalten meist als elterliches Versagen gewertet zu werden. Eigentlich sind mir die anderen Pustekuchen. Aber bevor ich mir nachsagen lasse, dass ich da etwas verbockt habe, mache ich mir lieber mal Gedanken.

Einer der wenigen und recht seltenen geduldigen Augenblicke. Warten auf Zimtschnecken.

So komme ich aber gleich zu einem Vorsatz, den ich mir als einen der wichtigsten gefasst habe. Zwischen all dem Kindertrubel, möchte ich einfach wieder mehr mit meinem Mann unternehmen! Der Zustand ist nur verbesserbar. Eigentlich muss ich ehrlich sein, ich finde ihn unerträglich. Und ja, man kann sich vermissen, auch wenn man sich gegenüber sitzt, denn (siehe oben) wenn man keinen Satz miteinander wechseln kann, ohne dass jemand dazwischen sabbelt oder grundsätzlich immer von anderer Seite volle Aufmerksamkeit eingefordert wird, so dass man sich nicht mal um sich als Paar kümmern kann, dann ist da halt nicht viel mit gemeinsamer Zeit. Der erste Schritt ist getan und Babysitter wurden kontaktiert. 2020 werden sie zum Einsatz kommen und ich vertraue auf die Aussage der Erzieherinnen meiner kleinen Michel-von-Lönneberga-Pippi-Langstrumpf-Mischung (daheim!), dass sie in der Kita total lieb und umgänglich ist. Ok, ich finde Michel und Pippi ja auch ziemlich gut, nur manchmal mache ich mir doch Sorgen um eventuelle Babysitter. Und ich habe ja keine Lust, dass mein Großer dann ersatzweise immer aufpassen muss, weil der Sitter schon nach zehn Minuten zusammengebrüllt wurde. Allerdings möchte ich so sehr mit meinem Mann mal wieder ausgehen, dass ich auch bereit bin, ein paar Babysitter-Nerven dafür zu opfern.

Was ich mir auch als Vorsatz gefasst habe, ich muss vom Zucker runter kommen. Durch meine Tätigkeit in den Sozialen Medien bin ich natürlich auch schon über Hannah Frey gestolpert. Das geschah eher unabhängig von diesem schon lange gehegten Gedanken meinerseits zuckerfrei zu sein. Sie fiel mir auf, weil ich auf ihren Seiten immer so lecker aussehende Foodpictures sah. Bei einer Reise mit Familie stand dann eins ihrer Bücher im Ferienwohnungsregal. Da mein Vorhaben ja meisten an meiner Berufstätigkeit kombiniert mit den morgendlichen Kinderanziehanstrengungen abhängig von den unterschiedlichen Launen scheitert, holte ich mir also gleich zwei Bücher von ihr. Einmal Zuckerfrei und Zuckerfrei für Berufstätige. Man darf gespannt sein, denn die entsprechende Organisation fehlt mir ja generell. Aber ich habe es auch wirklich satt, diesen Zuckerkonsum. Ich möchte, dass meine Haut wieder schöner aussieht und ich mich nicht ständig so schlapp fühle. Wenn ich dann noch etwas gegen meine Schwangerschaftsrolle (zum Glück nur eine im Taillenbereich, aber trotzdem nervig!) unternehmen kann, dann sei das so. Dieses Requisit aus meinen Schwangerschaften kann ich akzeptieren, aber muss ich ja nicht. Vor allem wenn ich ja selbst weiß, dass ich etwas mit ein wenig besserer Ernährung und gezielterem Sport dagegen machen könnte. Ich habe meine Bauchdecke bereits als verlorenes Territorium an meine Schwangerschaften mit einem Schulterzucken aufgegeben, da kann ich doch noch ein wenig an meiner Flanke herumwerkeln. Das ist dann zwar ein Vorhaben, das unter „was auch immer sein soll“ herumgeistert, aber wenn ich es nicht versuche, dann werde ich es nie wissen. Das wäre ein Zustand mit dem ich nicht klar käme und der dann am Ende des nächsten Jahres wieder in meine Gedankenspiele einfließen würde, daher mache ich das doch am besten gleich.

Was ich mir auch vornehme, mehr zu mir zu kommen. Mir mehr Zeit für mich nehmen. Für schöne Dinge und Dinge, die mir Spaß machen. Ich stehe auf Kultur. Meine Familie ist nicht so für Ausstellungen und Theater zu begeistern. Das ist im Prinzip auch ok. Jedem das seine. Allerdings müssen sie dann eben damit klar kommen, wenn ich mir mein Vergnügen alleine gebe. Damit habe ich schon im Dezember begonnen und bin auf eine Vernissage einer befreundeten Schul-Mama gegangen. Zwar allein und ich kannte auch dort kaum jemanden, aber dennoch ein tolles Eintauchen in Kunst. Und ich habe ja eh‘ keine Lust mit jemanden zu quatschen (siehe oben Telefon). Aber das beste war, ich habe es einfach getan. Und ließ mir nichts familiäres dazwischen kommen, lud meinen Körper in die U-Bahn und schaffte ihn nach Schöneberg. Ohne Kinderwagenbegleitung ein Weg, der mit einem Fingerschnipsen erledigt und „erlebt“ war. Dafür bin ich natürlich auch meinem Mann dankbar, der die Stellung an diesem Abend gehalten hat. Meine Hoffnung ist ja auch, dass ich es auch über diesen kulturellen Genuss schaffe, ein wenig die Hektik aus mir heraus zu bekommen.

Da fängt die Kunst schon an der U-Bahn an.
Ein grandioser Anfang nach einer langen Kulturpause.

Da hab ich mir ganz schön was vorgenommen. Mehr sollte es nicht werden, sonst bin ich ja am 15. Januar schon platt. Da ist es wie mit der Sportmotivation, wenn man sich verausgabt, dann bleibt man nicht bei der Sache. Jetzt genieße ich aber erst einmal noch ganz „hygge“ und vorsatz-entspannt in Dänemark den 01.Januar und wünsche allen ein wunderbares, gesundes, erfolgreiches und schönes Neues Jahr. Und ab morgen kann dann 2020 so richtig kommen.

Noch ein bisschen Dänemark-Entspannung bevor das mit den Vorsätzen so richtig los geht.

In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser.


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