Mami braucht Familien-Urlaub

Bevor ich mit meinem Beitrag ansetze, stelle ich erst einmal die berühmte Mami-Frage, die man sich als Familienoberhäuptin dauernd stellt.

„Darf ich das eigentlich laut aussprechen?“

Wer schon einige Beiträge von mir gelesen hat, der weiß, dass ich jetzt, zwar mit muttertypischen, inneren, kleinen Zweifeln, dennoch mit „Ja!“ antworte. Andere denken nun (wahrscheinlich hauptsächlich Väter): „Familienurlaub? Warum nicht? Was meint sie denn? Was ist daran verwegen?“

Ich meine aber Familien-Urlaub! Urlaub von Haus und Hof und auch von allen Lebewesen, die mir bis zur Hüfte oder Taille reichen. Ja, und auch denen, die mich um ein paar Köpfe überragen.

Letzte Woche hatten wir hier in Berlin Winterferien. Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat, weiß bescheid. Ich sage nur, Stichwort: Schneehose. Wir sind also ab mit Kind und Kegel zu Freunden auf den Berg. Wenn man meinen Sohn fragt, dann waren es die tollsten Ferien seines Lebens und er möchte sofort wieder zurück. Mein Mann würde sich ansatzweise genauso stürmisch äußern, da er sich als kleine Auszeit zu seinen Homeoffice-Ferien-Zeiten das erste Mal im Leben auf Ski einen Hang hinunterstürzen durfte. Meine Tochter verweigert jede Aussage, aber ich bin mir sicher, sie hatte auch ihre lichten Momente. Und auch ich würde sagen, dass ich die Gesellschaft mit den anderen Familien und auch die dauerhafte Anwesenheit meines Mannes durchaus genoss.

Neuerdings die Traumferien meines Sohnes. Er wurde einfach von unseren Freuden eingepackt und durfte Ski fahren.

Jeder weiß, jetzt kommt das Aber.

Aber (!!!) dennoch endete die Ferienzeit mit meiner Aussage meinem Mann gegenüber: „Ich brauche Urlaub von euch!“

Natürlich habe ich noch dazu gesagt, wie sehr ich den Zwergenaufstand und ihn liebe, aber ich möchte sie wenigstens eine ganze Woche nicht sehen und hören. Ich weiß auch, dass ich nach zwei Tagen riesige Sehnsucht bekommen würde, aber trotzdem, eine Auszeit wäre schon mal wieder ein Hit. Denn was Ferien für den einen sind, ist für Mütter etwas anderes. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber ich habe mehr Ruhe, wenn ich die Kids in Schule und Kita bringe. Sechs Stunden, in denen ich tun und lassen könnte, was ich wollte. Genau genommen nicht viel an Zeit und ich bewege mich tagein tagaus in einem festgelegten Zeitfenster. Blöderweise gehe ich dann auch noch meistens in diesen sechs Stunden arbeiten. Und trotzdem kann ich mich in dieser Zeit auch mal auf Dinge fokussieren. Gut, auf Arbeitsdinge. Aber fokussieren.

Wenn Ferien mit Verreisen anstehen, dann fängt das Gestresse schon ein paar Tage vorher an. Proviant für die Fahrt organisieren. Mein Mann kann scheinbar noch von einer Bifi an der Tanke leben. Meinen Kindern verweigere ich erst einmal dieses Fastfood und außerdem würde diese Mickerwurst keine Sekunde reichen. Ich habe das Gefühl sie könnten, wenn sie nicht schlafen, die ganze Fahrt futtern. Dann kommt das Packen. Denn lustigerweise „vergesse nur ich“ etwas, wenn zum Beispiel das Babyphone, die Wechselsachen für die Fahrt, das Nachtlicht oder die Kuscheldecke fehlen. Einmal war es total spaßig, wir waren in einem Ferienhaus und bei unserer Abreise klingelte auf einmal das Handy meines Mannes. Der Vermieter: „Ihre Frau hat einen Koffer vergessen!“ Wir zurück und es stellte sich heraus, dass es die Tasche meines Mannes war, die dort noch herum lag. Das lasse ich jetzt mal einfach so stehen.

Stock-Bild. So sehen Traumferien für meinen Mann aus. Deshalb auch das Stock-Foto. Die Betonung liegt auf Traum.

Und dann Ferien. Dann habe ich die Kids. Den ganzen Tag. Ok, mein Großer war beschäftigt. Meine Tochter schwelte in einer hochakuten Papa-Phase. Blöd, dass mein Mann arbeiten musste und sich in ein Zimmer verkroch, um in seinen Laptop zu hämmern. Oder ich eben dachte, er braucht zu seinem Arbeitspensum auch mal eine Auszeit, also schicke ich ihn mit seinem Sohn erstmal auf den Berg, damit er sich von seinem Gehämmer erholen kann. So hatte ich ein dauernd schlecht gelauntes, häufig weinendes, nach dem Papa krähendes, sich in meinen Armen windendes und untröstliches Kind. Oder ich musste eben dauernd zur Bespaßung die Türen vom Bus und so auf und zu gehen lassen. Lalalalaaa.

Doof ist ja auch von mir, dass ich in erster Linie denke: Mein Mann braucht eine Auszeit. Ist ja nicht ganz falsch. Aber … . Da war es wieder. Und ich könnte wetten, ich bin nicht die Einzige, die schon mal so gedacht hat. Als Gegenargument kann ich nur sagen: Frauen und Kinder zuerst. Auf jeden Fall, habe ich ganz doll gemerkt, da ist es wieder: Das Mami-Auszeit-Thema! Und mein Vorsatz für 2020 kam mir wieder in Erinnerung: mehr Zeit für mich in Anspruch zu nehmen. Ein Buch lesen. Zum Wellness gehen. Einen Friseurtermin. Blub blub blub und nun der große Plan. Eine Woche ohne … alles und alle. Irgendwie und irgendwo.

Ich starte mal klein und nehme mir eine Geburtstagswoche. So habe ich es mir ganz mutig gedacht. Dazu der Beschluss ich bleibe in Berlin. Andere reisen in diese Stadt. Ich habe sie dauernd und sehe derzeit nur drei Straßen und aus dem Fenster. Als ich meinem Mann davon erzählte, musste er lachen und fragte: „Eine Woche? Reicht dir das denn überhaupt, um dich von uns zu erholen?“ Mal sehen. Der Urlaub ist eingereicht und es gibt kein zurück. Und dann gehe ich eine Woche am Stück aufs Trampolin und nebenher tu‘ ich noch alles andere was mir gefällt.

A-ha, auch ein Stock-Foto! Mamis „TRAUM“-Urlaub. Eine Woche Sport.

Das wir Mamis auch immer so lange warten bis wir dann tatsächlich mal sagen: „Und jetzt ist Schluss! Ferien! Für Mutti!“ In der Tat muss ich noch zwei Monate überbrücken, aber das ist ein bisschen wie Mami-Weihnachten. Dieser Berlin-Aufenthalt wird von mir super durchgeplant. Und der Packstress fällt auch weg. Und ich kann trotzdem zu meinen Jumping-Kursen gehen. Und mich glücklich hüpfen. Ein perfekter Urlaub würde ich sagen.

In diesem Sinne freue ich mich auf Euch. Ob als Teilnehmer oder als Leser.


2 Gedanken zu “Mami braucht Familien-Urlaub

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