Das little Verspannungs-PMS-Work-Life-Dysbalance-Mommy-Monster

Wer schon beim lesen des Titels Kopfschmerzen bekommt, der befindet sich ein bisschen in meiner Welt. Soll jetzt nicht heißen, dass meine Welt grundsätzlich schlecht ist, aber es gibt eine Woche, in der fresse ich kleine Kinder. Na gut, natürlich mache ich das nicht, aber fast. Soll heißen, ich stehe nervlich kurz davor. Meistens stehe ich in dem Fall vor meinen eigenen Kindern. Wobei ich meinen Sohn da raus nehme. Er ist einfach schon zu groß. Also auch zum aufessen, aber auch hat er schon einige Vernunftstrigger, um blitzschnell zu reagieren und mir mit helfender Hand zur Seite zu stehen.

Mein Sohn und die ruhige See. Egal, ob man ihn als Fels in der Brandung oder einen Menschen mit beruhigender Wirkung bezeichnen will, er hat es schon in seinem Alter fantastisch drauf, zu erkennen, jetzt muss ich den Ruhepol geben. Das macht mir in diesen Tagen ebenso ein schlechtes Gewissen, wie meine schlechte Laune. Aber vielleicht muss ich es als Mutter einfach akzeptieren, dass er einfach diese grandiose Fähigkeit besitzt, die nicht viele besitzen.

Das klingt schon schlimm, oder? Und vielleicht ist das ein von der Natur eingerichteter Mechanismus, der schon die zukünftigen Männer darauf einstellt: Oh-oh, da läuft eine Woche im Monat was anders? Selbstschutz, sozusagen. Was ich so lustig umschreibe, ist es aber gar nicht. Und ich bin, behaupte ich, denn ich habe jetzt keinen anderen Vergleich, noch nicht einmal hart getroffen. Soll heißen, ich werde nicht jeden Monat körperlich vollkommen abgeschossen. Nur manchmal. Das sind dann aber auch die Tage, an denen ich keine Kinder mehr essen will, weil ich mit Unterleibsschmerzen, Kreislauf, Schwindel und so schönen Dingen flach liege.

Der Normalfall ist bei mir Kreislauf. Das bedeutet zum Beispiel Intervallfasten ist nicht. Wenn mein Organismus nicht schon vormittags, und damit ist ab 7 Uhr gemeint, etwas zwischen die Kiemen bekommt, knockt er mich einfach aus. Daher funktioniert das mit dem Fasten auch nicht nach hinten raus, also dass ich dann nachmittags aufhöre mit der Schlemmerei. Denn dann würde ich eben nachmittags aus den Latschen kippen. Zum Glück stemmt sich mein Körper dennoch durch so manche Sporteinheit oder durch so manchen Kurs, auch wenn ich mit wackeligen Knien dort hin wanke. Mir der kalte Schweiß den Rücken herunter rinnt und meine Hände zittern. Kreislauf halt. Plus schnell Sternchen oder schwarze Flecken sehen.

Dann scheinen sich meine Verspannungen im Nackenbereich zu verstärken und mein Bindegewebe schwindet ganz. Doch, doch, klingt komisch, ist aber so. Meine Hose spannt und meine Beine fühlen sich an, als hätte sich die Hautschicht von der Muskulatur gelöst. Oder habe ich gar keine Muskulatur mehr? Die ganzen dicken Muskeln hat es vielleicht in meinen Trapezmuskel un din meinen Schulterbereich verschoben. Wo sie lustig mit den bereits vorhandenen so verkleben, dass ich ein Taubheitsgefühl in den Fingern verspüre. Das sind dann die Tage, in denen ich am liebsten auf dem bellicon arbeite, um zur Taubheit nicht noch Schmerzen zu bekommen.

Mein geliebter Arbeitsplatz. Der Pflanze geht es so, wie mir in der besagten Woche. Aber ein Blatt lässt sie wacker grün stehen, das gibt immer Hoffnung auf bessere Zeiten. Und so eine Woche geht zum Glück auch vorbei.

Wer das jetzt schon alles gruselig findet, der überlegt sich vielleicht in Zukunft doch, einen PMS-Spruch zu reißen. Denn damit ist es ja nicht getan. Wenn wir mal all die körperlichen Beschwerden weglassen bleiben immer noch die mentalen. Und NEIN!, da hilft mir kein Yoga, kein Meditieren und vor allem keine weisen Sprüche! Schnapp! Und schon wieder ein Kind geschluckt. Tatsächlich bin ich da ganz empfindlich. Also bei weisen Sprüchen zu dieser Zeit und in dieser Zeit sowieso.

Seit ich zwei Kinder habe und zweimal durch eine Schwangerschaft und zweimal durch eine Stillzeit gegangen bin, weiß ich hormonell bedingte mentale Schwankungen extrem ernst zu nehmen. Es gibt sie. Sie sind da. Und sie machen keinen Spaß! Und das sage ich. Eine Frau, die nicht wirklich unter depressiven Verstimmungen leidet. Mich holt vielleicht mal eine salopp genannte Depri-Phase ein, die sich mit Überarbeitung oder einem fehlenden Friseurtermin erklären lässt. Und durch Urlaub oder einen Friseurtermin wieder geht. Aber diese Stimmung, die man mit sich trägt in dieser besagten Woche davor, die macht wirklich, wirklich keinen Spaß! Und bitte denkt daran, es gibt Frauen, denen geht es noch schlimmer als mir. Also … keine Sprüche!

Schlecht-Wetter-Front. So würde ich mich beschreiben. Obwohl mich der Anblick aufs Meer auch wieder etwas beruhigt.

Was mir daran überhaupt keinen Spaß macht, ist die Tatsache, dass ich keine Geduld habe für meine Kinder. Ich versuche ihnen zwanghaft zuzuhören, weil ich keine Lust habe, dass ich meine Stimmung auf sie übertrage. Sie sind die letzten, die etwas dafür können. Aber trotzdem kostet mich das unendlich Kraft. Doof, ist ja, dass man als Mami ohnehin recht wenig Freizeit oder Zeit für sich hat. Wir haben so lustige Wimmelbücher, in denen die Mamas lesend auf der Couch sitzen und die Kids daneben friedlich spielen. Har har, is‘ klar! Also wenn meine Kinder mal tatsächlich zusammen spielen, dann räume ich den Geschirrspüler oder so was aus. Weil davor haben sie nicht friedlich gespielt oder meine Tochter wollte nur auf meinem Arm sein und jetzt haben wir keine kleinen Löffel mehr für den Joghurt. So zum Beispiel. Aber zurück zur „Mami-Freizeit“, die es nicht wirklich gibt. Da kann ich an den normalen Tagen voll drüber stehen. Ist halt so. Aber in dieser Woche davor, merke ich, ich brauche mal eine Minute für mich. Ich schaffe den Wechsel Job zu Kids nicht übergangslos. Und mein Geist bettelt nach einer Minute für mich. Ok, vielleicht auch zwei.

Da mein Mann nicht immer greifbar ist, gibt es für meine Kinder dann, wenn sie etwas wollen, Oft. Ständig. Immer. Sie sind eben Kinder, keine Ausweichmöglichkeit und sie kommen eben zu Mama. Logisch. Würde ich auch. Nun würde ich es als mein inneres Tobsuchtskind bezeichnen, dass dann unglaublich anfängt zu bocken und nach seiner eigenen Aufmerksamkeit schreit. Wie eben meine Tochter auch lautstark, quengelig und uneinsichtig ihre Aufmerksamkeit will. Hier kommt dann mein Sohn zum Einsatz und rettet seine Schwester. Oder mich. Das ist noch nicht ganz geklärt.

Das fiese an der Sache ist, dass dann aber auch noch mütterliche Gefühle wie ein total schlechtes Gewissen ins Spiel kommen. Musstest du jetzt so schimpfen? Ich weiß von anderen, dass ich wohl Nerven, wie Drahtseile habe und dass bei mir, äußerlich gesehen, das schimpfen erst nach der fünften bis zehnten Ansage kommt. Und trotzdem fühle ich mich schrecklich. Denn innerlich gesehen denke ich, ich bin voll ausgerastet. Wahrscheinlich ist es ganz gesund, wenn man seine Reaktion für sich selbst so aufbauscht. Das verhindert dann wahrscheinlich im wortwörtlichen Sinne das Kinder essen. Andererseits geißelt man sich damit natürlich noch ein bisschen mehr, denn man fühlt sich ja eh schon total Gaga und hat jetzt dazu noch ein schlechtes Gewissen.

Ihr seht schon, diese Phase ist voll kacka. Und mich hat es wirklich noch im kleinen getroffen. Wobei ich auch schon so Sagen und Legenden gehört habe, dass es Frauen gibt, die das nicht haben. Wahnsinn. Genießt das. Den anderen Frauen, die sagen, dass das bei mir nur Peanuts sind, denen schicke ich meine besten Gedanken, wenn ich selbst wieder klar bin.

Meine Kollegin Julia macht es mir vor. Entspannen auf dem bellicon®. Das gehe ich jetzt erstmal auch an!

Jetzt stehe ich erstmal schwingend auf meinem Arbeitsplatz-bellicon gegen die Verspannugen, gönne mir heute Abend eine Runde bellicon Jumping meets Shadowboxer zum Aggressionsabbau und gönne mir noch meinen Jumping-Kurs zum Ausgleich. Ihr seht schon ich bin süchtig. Aber es tut mir so gut. Einfach in jeder Phase.

In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser.


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