Mit dem Trampolin gegen Lipödem!

Gut, am besten fange ich mal ganz vorne an. Als ich das erste Mal schwanger wurde flippte alles medizinische Personal um mich herum ein bisschen aus. Ganz einfach weil ich „aufploppte“. Oder anders gesagt, ich wurde ganz schnell ganz dick. Bei einer ersten Schwangerschaft ist man ja auch noch recht verschreckt und hört sich so fast jeden Mist an. Ja, auch vom Arzt und auch von einigen Hebammen. Auch wenn man bemerkt, dass die ihre Diagnose beim ersten Blick schon gedanklich gestellt haben, sie dir dauernd Blut abnehmen wegen vermuteter Schwangerschaftsdiabetes und dir eigentlich gar nicht richtig zuhören, wenn du von deinen Symptomen berichtest. Da nutzte es auch nichts beim fünften Diabetes-Test einen Einwand zu erheben. Immerhin wird man beim zweiten Mal, also bei der zweiten Schwangerschaft, etwas schlauer und cooler, ploppt zwar wieder auf, aber wechselt zumindest schon im Vorfeld das einen begleitende medizinische Fachpersonal. Und lässt sich nicht so irre machen.

Bis ich aber zu dieser Coolness kam, war ich doch noch ein paar Jahre daran interessiert, warum ich so ein Kugelfischlein bin oder eben war. Und stieß dabei irgendwann einmal auf einen Bericht über Lipödem und den Bildern dazu. Mein erster Gedanke war: „Das sind meine Knie!“ Also die, die man an schlechten Tagen nicht sieht. Da ich zu der Zeit gerade bei einer Physiotherapeutin wegen muskulärer Verspannungen in Behandlung war, fragte ich hier einmal nach. Und, das muss ich heute rückblickend so sagen, begab mich in die zweite, vollkommen sinnlose und blöde medizinische Abhängigkeit, wie schon damals in meiner ersten Schwangerschaft. Dazu gehörten unzählige Lymphdrainagen auf meine Kosten, Arztbesuche, bei denen die cleversten Ärzte mal wieder nach Diabetes suchen wollten und letztendlich einer Ärztin mit akuter Unlust, die mir nach einem Sekundenblick Kompressionskniestrümpfe verschrieb. Meine Oberschenkel quollen lustig über die Kompression. Und meine Physiotherapeutin regte sich auf.

Ich stoppte diesen ganzen Irrsinn, als mir das ganze Geldgemache der Physiotherapeutin und die ganze unmotivierte Haltung der Ärztin zu bunt wurden. Und wie schon einmal erzählt, meine damalige Physio aus allen Wolken flog, als sie meine Beine nach einer Vertretungswoche bellicon Jumping ausmaß. „Was hast du gemacht?“ War die erstaunte Frage. Ab da wusste ich, ich gehe weiter aufs Trampolin und das Geld für die Lymphdrainage spar ich mir. Außerdem quetsche ich mich nicht mehr in die unlustigen Kniestrümpfe. Nach mir die Sintflut. Wenn ich falsch liege, trifft es ja eh nur mich selbst. Damit kann und muss ich leben.

Allerdings war ich aber entsetzt über den Umgang mit mir als Patientin. Lipödem ist nämlich ein mieses Miststück und es gibt unzählige Ladies die darunter leiden. Und ich drücke all jenen die Daumen, dass sie motiviertes Fachpersonal an ihrer Seite haben. Wenn man schon mit dieser Krankheit leben muss, dann wäre es nur fair, dass einem wirklich Erleichterung verschafft wird und man nicht noch zusätzlich wie eine „doofe Trulla“ behandelt wird. Aber was ist eigentlich Lipödem?

Eine kurze Erklärung:

Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, die hauptsächlich bei Frauen auftritt. Es sind nur 2 Prozent der Männer betroffen. Die Krankheit wird vererbt und wird nach den heutigen Erkenntnissen durch hormonelle Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft etc. ausgelöst. Das Lipödem rückt erst seit kurzem in das Bewusstsein der Ärzte. Oft werden falsche Diagnosen wie Lymphödem oder Adipositas gestellt. Daher kann man von einer hohen Dunkelziffer zu den ungefähr 3,8 Millionen Erkrankten ausgehen, da viele einfach denken, sie äßen zu viel. Bei einem Lipödem kommt es zu einer akuten Fettvermehrung hauptsächlich an den Beinen und Hüften. In manchen Fällen auch an den Armen. Daher sind die betroffenen Frauen oft am Oberkörper recht schlank. Auch bleiben die Knöchel und Handgelenke schlank. Die Fettzellen vermehren sich unkontrolliert im Fettgewebe der Unterhaut. An den betroffenen Stellen lassen sich Verhärtungen ertasten. Zwischen diesen Fettzellen kommt es zu Wassereinlagerungen, die dann schmerzhaft auf das umliegende Gewebe drücken. So wird man unglaublich druck- und berührungsempfindlich und neigt dazu sehr schnell blaue Flecken zu bekommen. Außerdem kommt es zu extremen Spannungs- und Schweregefühlen. Als Sportlerin, die an unseren bellicon Konzepten mitarbeiten darf, setze ich jetzt noch einen drauf, denn durch die wachsenden Fettzellen gerade im Oberschenkelbereich, kommt es zu einer Fehlstellung der Beinachse. Das wirkt sich dann natürlich noch weiter auf die gesamte Körperhaltung aus. Sorgt so für Dysbalancen, Verspannungen und weiteren Schmerzen. Bisher wird an den Patienten mit Kompressionswäsche und Lymphdrainage herumgedoktort. Fakt ist aber, es hilft nichts außer eine Liposuktion. Eine Fettabsaugung. Die bisher nicht von den Kassen gezahlt wird, sondern als Schönheits-OP gehandelt wird. Ein ganz schöner Mist. Das Lipödem lässt sich in drei Stadien untergliedern.

Hier die drei Stadien und Elephantitis als schlimmste Auswirkung des Lipödem.

Aber was noch hinzukommt ist natürlich auch die äußerliche Stigmatisierung durch die anderen. Und jetzt kommt es, liebe Menschen, die ihr alle Dicken verurteilt. Es hilft weder Sport noch eine Diät bei Lipödem!!! Also einfach mal die Klappe halten und jeden leben lassen. Und noch besser bevor man was sagt, denken. Ist aber generell ein guter Rat. Und wer sich überzeugen möchte, dass wir alle schön sind. Die Fotografin Corinna Hansen-Krewer hat sehr schöne Bilder unter LIPÖDEM auf ihrer Seite soul-feelings.de.

Ihr seht schon, Lipödem-Patient zu sein, ist eine ganz schön vertrackte Sache. Und was etwas Linderung verspricht ist schwimmen und -TAAAADAAAAAAA!!!!- Trampolin schwingen und springen. Wie ich mir und meiner Physio eben mal beweisen musste. Gut, ich gebe zu, dass ich meine Lipödem-„Diagnose“ heute stark anzweifle. Einmal, weil ich meine Beine mit bewusster Ernährung, disziplinierten Sporteinheit und vor allem bellicon JUMPING formen kann. Dann weil ich keine „Knubbel“ unter der Haut spüre und keine Spannungsschmerzen habe. Und zum anderen weil mir eine Osteopathin einmal unabhängig von dem ganzen Spaß sagte, sie fände, ich hätte eben ein sehr weiches Bindegewebe. Klingt auch nicht schön und nach sehr viel Arbeit. Aber immerhin kann ich daran arbeiten und bin nicht irgendwelchen irregewordenen Fettzellen machtlos ausgeliefert. Warum Wasser und ein Trampolin so gut sind, kommt hier.

Eine kleine Erklärung:

Es liegt am Druck. Also an der natürlichen Kompression. Beim Wasser ist uns das ja klar. Von Wasserdruck haben wir ja schon alle einmal gehört. Und ihn auch gespürt. Mit dem Wort Schwerkraft sind wir auch vertraut und kommen so schon zu unserem Minitrampolin. Auf der Erde bewirkt die Schwerkraft (=Gravitationskraft = G), dass alle Körper nach unten fallen, sofern sie nicht durch andere Kräfte daran gehindert werden. Während wir liegen, sitzen oder stehen, wirkt die normale Kraft von nur einem G auf unseren Körper. Springt man kräftig auf dem bellicon®, können beim Abbremsen auf der Sprungmatte kontinuierlich zunehmend bis zu 4 G auf unseren Körper wirken. Unsere gesamte Muskulatur reagiert auf diese erhöhten Kräfte, indem sie sich während der Eintauchphase in der Sprungmatte kräftig anspannt – und zwar auch diejenigen Muskeln, die subjektiv gerade gar keine Arbeit (z. B. Stütz- und Stabilitätsfunktion) zu verrichten haben. Im Hochpunkt der Schwingung, wenn sich alle Beschleunigungskräfte aufheben, ist der Körper dagegen für einen Moment quasi schwerelos und fast alle Muskeln entspannen sich hierbei völlig. Durch das Schwingen auf dem bellicon® wirken die wechselnden Gravitationskräfte auf den gesamten Körper, es wird also jede einzelne Zelle gleichzeitig angesprochen und gestärkt.

Bildliche Veranschaulichung, was mit uns auf dem Trampolin passiert. Quelle: Bild und Text bellicon MED & HEALTH Ausbildungsskript

Als zusätzlicher Pluspunkt kommt bei der Trampolinnutzung noch hinzu, dass der Stoffwechsel während des Trainings Höchstarbeit leistet und die Fettverbrennung und der Lymphfluss richtig angekurbelt werden.

Ich gebe zu, es gibt natürlich softere Arten als bellicon JUMPING, um sich auf dem Trampolin eine Auszeit zu gönnen und sich etwas Gutes zu tun. Zu dem damaligen Zeitpunkt war ich aber als Trainerin in der Hinsicht ziemlich festgelegt. Und geholfen hat es ja. Allerdings muss ich auch zugeben, dass, wenn ich mal aus dem Urlaub oder aus einer Erkältungsphase kam, das heißt eine Trainingspause hatte, dann spürte ich bei manchen Sprüngen unangenehm wie sich mein Bindegewebe, oder gruseliger ausgedrückt, meine Haut und ihre Fettschicht gegen mich bewegten. Das konnte ganz schön unangenehm sein. Sobald ich mich aber wieder „fest“ trainiert hatte, war das wieder weg. Lipödempatientinnen haben aber nicht einfach ein schwaches Bindegewebe wie ich, dass sich etwas festigen lässt, sondern müssen mit diesem unangenehmen bis schmerzhaften Gefühl leben. Daher würde ich aus meinem Wissen und meiner Erfahrung heraus auf jeden Fall das schwingen auf einem bellicon® empfehlen. Am besten in einem bellicon HEALTH-Kurs. Dort ist man nicht so auf Power gepusht. Natürlich steht jedem frei, welchen Kurs man sich gönnt. Und natürlich auch in welcher Intensität man sich in dem gewählten Kurs verausgabt. Fest steht, das bellicon® hilft. Denn der Effekt bleibt durch die Schwerkraft derselbe. Ob belliocn JUMPING oder bellicon HEALTH.

Wer jetzt kein Minitrampolin ums Eck stehen hat, für den muss ich noch anmerken, in Schöppingen gibt es eine supercoole Gruppe von Lipödemladies um die Trainerin Anne Becker und ihre ebenfalls betroffene Kollegin Nina Uhlenbrock. Die beiden haben ein Training für Lipödembetroffene entwickelt. Lanuc Lipödem Sports heißt das Konzept. Schaut mal unbedingt auf der Seite vorbei. Das ist ein echt gutes Ding und vor allem wurde hier das Problem erkannt. Nicht wie bei einigen Ärzten, wie ich leider nach meinem Diabetesvermutungsmarathon sagen muss. Die Damen, die mit Lanuc trainieren, waren auch schon einmal auf unseren Minitrampolinen. Natürlich nur zum schwingen. Und fühlten sich danach richtig gut. Daher bleiben wir von bellicon einschließlich mir an der Sache dran. In der Hoffung, dass es bald viele schöne, schwingende Frauen gibt, die sich mit Lipödem durch das Trampolin besser fühlen. Einen tollen und lesenswerten Erfahrungsbericht gibt es auch bei FRAUENSACHE.

Daheim wird geschwungen.

Ich gehe jetzt auch wieder aufs Trampolin. Ich habe jetzt nämlich auch ein bellicon® bei mir daheim stehen. Wenn also kein bellicon JUMPING Powerkurs ruft, dann schwinge ich mir mein weiches Bindegewebe im Wohnzimmer straff. Und denke dabei über Übungen nach, die bei einem Lipödem Linderung versprechen. In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Leser oder Teilnehmer.


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