Give me drama

Und zwar Hustendrama. Der Frühling macht ja bald die Kurve Richtung Sommer. Und ich bin bei dem ganzen Übergangswetter eh schon immer nicht ganz so gut gewesen, die richtige Kleidung zu finden. Seit ein paar Jahren mache ich die Zwiebel. Blöd ist nur, wenn ich auf dem Rad sitze und zu faul bin, um anzuhalten, um mich von einer Schicht zu befreien. Auch doof ist natürlich, wenn ich zu faul bin, um eine Schicht zu zu legen, weil ich mich im Vorfeld schon davon getrennt hatte. Kurz, ich bin die prädestinierte Erkältungskandidatin im Frühling. Und auch im Herbst. Kein Schnupfen ohne mich, würde ich sagen.

So schön der Frühling ist, trotzdem komm‘ ich nicht wirklich mit dem Wetter und den passenden Klamotten dazu klar.

Meine Tochter ist ja auch ein ganz spezielles Persönchen. Und wenn in der Kita mal wieder eine Virenparty ist, dann kann man sicher sein, diese fiesen Keimlinge tanzen am liebsten bei meiner Tochter. Unsere Kinderärztin meinte, es sei eben so, dass es Kinder gibt, die die ersten zwei Jahre in der Kita alles mitnehmen, was es eben da so gratis gibt. Das letzte Gratispaket war eine zwei wöchige Bronchitis. Wer bereits ein paar Beiträge von mir gelesen hat, weiß jetzt schon, da wurde die Babytrage wieder umgezurrt und los ging’s. Mein Kind Nummer Zwei zeigt mir gerne, dass sie zu jeder Steigerungsvariante bereit ist. Daher wurde aus der ersten Woche ein 24/7-Schleppdienst. Der armen Maus ging es auch wirklich schlecht. Und mein Mann und ich mussten auch im Sitzen nächtigen, mit Kind auf unserer Brust „liegend“. Na ja, oder wie man die Position nennen mag. Aber es schien ihr anders nicht möglich zu sein, anständig zu atmen.

Der Trage-Marathon war eröffnet.

Am Ende der ersten Woche bemerkte ich „Übergangswetterspezialisten-Mum“ den vollen Effekt. Wow, da kam was zusammen. Das nicht einzuschätzende Wetter, die Viren und schlaflose Nächte. Und so dramatisch fühlte ich mich auch. Vor allem, nachdem der Kinderarzt meiner Tochter noch eine Woche daheim verordnete. Und ich eine Chance auf Bettruhe noch einmal um eine Woche rauszögern musste.

Tee soll ja helfen.

Aber ich darf gar nicht jammern. Denn jetzt komme ich eigentlich zu dem Punkt, auf den ich hinaus will. Ich bin ja trotzdem so unschlau und zu faul, um mir eine Vertretung für meine Jumping-Kurse zu suchen. Da macht die fehlende Bettruhe den Bock dann auch nicht mehr fett. Zu Teilen war ich ja selbst schon die Vertretungstrainerin und dachte mir, dass es mir zu mühsam sei, nach einem weiteren Ersatz zu suchen. Vor allem waren ja nun auch noch Osterferien. Da dachte ich mir dann ganz einfach: „Nö, da geh ich lieber selbst hin und mach die Kurse mal schnell.“ Bei meinem letzten Kurs vor Ostern sagte ich dann schon einen Tag vorher, dass es da nur noch ums „Überleben“ gehe. Aber schlauer wurde ich trotzdem nicht. Ich war davon überzeugt, dass ich ab Karfreitag nichts mehr machen würde und dann würde ich spätestens am Sonntag wieder auferstehen. Har Har.

Schon beim dritten Song bemerkte ich: „Hui, ich bin ja kurzatmig.“ Ich denke ich muss den Ablauf der Stunde gar nicht weiter ausführen. Ich glaube, die Teilnehmer hatten trotzdem Spaß, aber ich war irre unkonzentriert, da ich damit beschäftigt war körperlich durchzuhalten. Das ist wieder ein typischer Fall von handeln wider besseren Wissens bei mir. Und ich kann nur die Augen rollen. Über mich.

Kurz zur Erklärung:

Man sollte bei Infekten mit Sport vorsichtig sein. Gerade Viren könnten nämlich durch Sport zur Wanderung im Körper angeregt werden. Allerdings sind bakterielle Infektionen genauso unspaßig. Denn wird ein Infekt verschleppt, könnte er im schlimmsten Fall aufs Herz gehen. Er kann zu einer Herzmuskelentzündung werden. Das liegt daran, dass das Immunsystem bei Sport doppelt belastet wird. Einmal durch die Anstrengung durch den Sport. Und dann natürlich ist es mit der Heilung beschäftigt. Das Immunsystem wird ganz einfach überfordert. Daher kann es sich nicht mehr um die Heilung kümmern und die Viren können lustig weiter im Körper Step tanzen und sich ausbreiten. Also gehört man eigentlich ins Bett. Und wenn man krank ein wenig Bewegung braucht, dann sollte es der Spaziergang an der frischen Luft sein. Zu viel Intensität ist in dieser Phase zu viel.

Oder wie es eine Teilnehmerin nach dem Kurs ganz klar sagte: „Ich hatte einen Bekannten, der war Marathonläufer. Trainierte mit Erkältung. Bekam einen Herzinfarkt. Das Herz funktionierte dann nur noch zu 60%. Dann bekam er eine andere Krankheit. Und er verstarb. Weil sein Herz und sein gesamter Organismus das nicht mehr gepackt haben.“ Das ist ganz schön dramatisch. Und das wollen wir doch nicht. Vor allem, wenn wir bedenken, dass wir uns für eine Erkältung nur ein paar Tage schonen müssen. Ansonsten müssen wir, bei Überbelastung durch Sport viel länger flach liegen. Oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr aufstehen. Das ist eine Sommerfigur tatsächlich nicht wert. Und der Sport soll uns doch eigentlich Spaß machen und fit halten.

Etwas gutes hat der Frühling und der kommende Sommer auf jeden Fall. Die Auswahl an Vitaminlieferanten wird wieder größer. Die Vorfreude wächst.

Daher versuche ich nun ein besseres Beispiel für meine Teilnehmer zu sein und mich noch eine Weile zu schonen. Falls ich keine Vertretung finden sollte, dann müssen eben die anderen powerhüpfen und ich gebe nur halbe Kraft. Also gilt, hört auf euren Körper, wenn ihr krank seid. Das ist nicht der Schweinehund, sondern ein Infekt. Und ihr müsst kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr liegen bleibt, anstatt zu sporteln. Ganz im Gegenteil. Und wenn der Körper wieder mitmacht, dann geben wir doppelte Power.

In dem Sinne, passt auf euch auf. Und ich freu mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser.


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