Ach du dickes Ei!

Seit Wochen fragt mein Sohn nach seinem besten Kumpel. Dem, der direkt nach dem Weihnachtsmann kommt. Dem Osterhasen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Und dekoriere die Wohnung mit allerlei Selbstgemalten, auf dem der Osterhase in allen Lebenslagen gezeigt wird. Meistens natürlich beim Eier verstecken. Ich würde fast behaupten der Kerl ist ein beliebteres Motiv als der Weihnachtsmann. Vielleicht ist mein Sohn im Frühling einfach im künstlerischen Sinne beflügelter. Wie dem auch sei. Hätte mein Sohn schon mit neun Monaten malen können, dann hätte ich vielleicht schon ahnen können, was da noch kommt. Denn mir, als Mami wurde irgendwann bewusst, dass ich Ostern grundlegend unterschätzt hatte. Für mich war immer Weihnachten die große Sause. Mit vielen Schlemmereien und den dicken Winterpullis, unter denen man dann die kleinen Naschspeckröllchen verstecken konnte.

Meist gemalt. Nie gesehen. Der Osterhase.

Ich meine, ab dem 1. Januar bekommen ja eh die meisten einen Anfall und sagen den Weihnachtskilokalorien, die sich festgesetzt haben, den Kampf an. So die Regel. Und so war es auch in meinem Kopf abgespeichert. Wenn Ostern kommt, haben die ersten mit den Vorsätzen schon wieder Schluss gemacht. Und die anderen lassen sich vom Sonnenschein, den Frühlingsgefühlen und den Werbeslogans zur Bikinifigur, weiterhin zu Bewegung und Diät animieren. Da ich Sport liebe, gehöre ich auch zu denen, die die „big Fressattack“ mit dem Jahresende abgehakt haben. Also im Kopf. Nichts gegen die Schoki nebenher. Wir wissen ja, ich hab da so meine Schwächen.

Aber mir hat keiner gesagt, was da an Ostern als Mami auf mich anrauscht. Die Realität versetzte mir bereits zum ersten Osterfest mit Kind einen gepfefferten Schokofaustschlag. Den ich, als wirklich „schoko-addicted“, fast nicht parieren konnte. Bei Kind Nummer Eins war ich nämlich noch so programmiert: Kein Zucker vor dem ersten Geburtstag!

Ja! Solche Ideen hat man beim ersten Kind. Und noch immer find ich den Gedanken gar nicht so doof. Nur hat man das nicht mit dem Osterhasenheer, das im Omakostüm unterwegs ist, besprochen. Oder besprochen vielleicht. Aber diese Osterhasen scheinen auf einem Ohr schon etwas taub zu sein. Oder so was in der Art. Ich weiß nicht.

Auf jeden Fall endete mein erstes Ostern in einem Schokoei-Schokohasendelirium. Und mir kam die Schokolade schon zu den Hasenohren raus. Nun, nach fast sieben Jahren Erfahrung, stehe ich mit einer Art Resignation und auch mit Pragmatismus zu dem Fest. Jedenfalls was die Nascherei angeht. Ich kaufe wenig. Von den Omas kommt eh genug. So fällt Ostern doch wieder günstiger aus, als Weihnachten. Zu Weihnachten bin ich nämlich immer im Backrausch. Soll heißen, ich backe viel und gerne. Wobei ich tatsächlich letztes Jahr auf Wunsch meines Sohnes auch Osterplätzchen backen musste. Er hatte tatsächlich Ausstecher zum Thema Ostern entdeckt. Ich dachte nur: „Ach du dickes Ei!“ Fügte mich dann aber meinem Schicksal und stach genau dieses, also das Ei, aus dem Teig. Lauter Eier-Plätzchen!

Sportler-Nahrung: gekochte Eier. Mit der Schokoflut hatte ich bis zum ersten Kind nicht gerechnet

Dieser Tage stolpere ich wieder über ein riesiges Paket meiner Mutter, das ich in unserem Wohnzimmer geparkt habe. Und denke mir nur, ihr Hasen kommt in den Kuchen, wenn ihr in zu reichlicher Anzahl antretet. Das war ein glorreicher Tipp einer Freundin. Alle Nikoläuse und Hasen geben einen Super-Schokokuchen. Und Ruhe ist. Den servieren wir dann den Omas, wenn sie zu Besuch kommen. Sonst bekommen nur unsere Kids nen Zuckerschock. Und auf diese fiese Überzuckerungslaune haben wir Mamis an den Feiertagen keine Lust. Wir wollen unseren Nachwuchs ja auch irgendwann mal im Bett haben und in Ruhe ein Gläschen Eierlikör schlürfen. Mit zu viel Zucker im Blut müssen wir eher an einem mitternächtlichen Ostermarathon teilnehmen.

Dieses Jahr kommt der Zucker weniger vom Schokohasen, dafür mehr vom Marzipan-Shawn aus dem Sowohl Als Auch.

Bei Marathon komm‘ ich ja auch gleich wieder auf das Thema mit der Bikini-Figur. Nach meinem ersten Ostern, als ich echt noch so drauf war, all die Schokolade von meinem Zwerg fern halten zu wollen. Und sie mir dann zwangsläufig selbst reinstopfte … schön doof! … wurde mir klar, dass eine Bikini-Figur ganz leicht zu bekommen ist. Einfach Bikini anziehen. Denn ganz ehrlich, nach Ostern beginnt die Eissaison. Man hat keine Chance.

Oder, ach ja, man kommt ein bis drei mal aufs Trampolin. Einmal ist der Oma-Kalorien-Schutz. Öfter heizt den Stoffwechsel an, dass man sich den Eiertanz mit einem Schulterzucken leisten kann. A pro pos Schulterzucken, das sollte man irgendwie immer haben, wenn es um Bikini-Figur oder Süßigkeitenlieferungen von den Omas geht. Bei zu viel Stress, den man sich macht, hilft dann nur wieder Schokolade zum runterkommen. Oder Jumping. Hach, ein ständiger Kreislauf. Wie eben Ostern. Das kommt auch immer wieder. Daher wünsche ich euch allen ein ganz tolles Osterfest! Wer damit im eigentlichen Sinne nichts zu tun hat, dem wünsche ich einfach schöne Feiertage. Peace und immer locker bleiben.

Noch nichts mit Ostern am Hut. Statt Eier zu suchen, werden lieber Blumen gegossen.

In dem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser.


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