Das Ding mit dem Essen

Eine Frage an alle Mamis. Bekommt ihr das mit dem Essen hin? Also ich meine jetzt NICHT eurem Nachwuchs etwas zu kredenzen, was der dann auch noch ohne Murren isst. Das ist eh was, das ich schon fast aufgegeben habe. Sondern tatsächlich, schafft IHR es zu essen?

Letztens war wieder einer dieser Tage. Meine Jüngste hatte sich mal wieder was in der Kita eingefangen und musste daheim bleiben. Also habe ich mich von der Arbeit teilweise befreit. Irgendein naives Ich in mir dachte tatsächlich noch, dass ich ja arbeiten könne, wenn sie sich ihre Krankheit weg schläft. Hört ihr auch das laute Lachen? Nun gut, meine Tochter war im Vollpension- Tragemodus. Kein Problem. So ein kleines, jammervolles Bündel schleppt man ja auch mal stundenlang rum ohne zu stöhnen. Zwischenzeitlich zeigte sie Besserung und ich witterte meine Chance. Die Chance sie abzusetzen und mir etwas zu essen zu machen. Oder etwas zu trinken. Pustekuchen. Schon bei die Ahnung einer Bewegung, die bedeuten könnte, dass ich sie vom Arm auf den Boden setzen möchte, löste ein lautes, wütendes und hysterisches Geschrei aus.

Mein Mann meint, wenn er Hunger hätte, dann sei ihm doch so etwas egal. Er hat den Härtetest aber noch nicht gemacht, und ich hab so ein Gefühl … wenn es um seine Kids geht, dann ist „egal“ ein Wort, das nicht vorkommt. Aber meistens trifft so eine Situation ja eh uns Mamis. Und es tut mir leid, ich bin tatsächlich nicht so hartgesotten. Wenn mir die Schädeldecke dröhnt und die Ohren klingeln aufgrund von Lautstärke, bekomme ich nichts runter. Man muss sich mal vor Augen halten, das Kind ist mit der ersten Bewegung „AN“. Dann hole ich Besteck und Teller. Lauter! Dann suche ich mir einen Aufstrich für ein Brot. Wütender! Dann schneide ich mir eine Scheibe Brot ab. Hysterischer! Bis mein Schnittchen so weit ist, ist meine Tochter am vollkommenen Ausrasten und ich mache mir aus meinen Stichworten einen Scooter-Song! Louder, angrier, more hysterical -Döp Döp Döööp! Das alles natürlich während ich mein Brot im Stehen inhaliere. Sorry, da bin ich raus. Und geh auf Zwangsdiät. Also nehme ich dieses kleine, extrem laute Wesen wieder auf den Arm. Gut, ich habe ja noch eine Chance, falls sie tatsächlich mal schlafen sollte. Immerhin ist sie krank, sie muss und wird schlafen. Das stimmt auch so. Nach drei erfolglosen Versuchen, auf meinem Arm, in ihrem Bett, auf mir auf der Couch, mache ich das einzige, was funktioniert. Ich lege sie in ihren Kinderwagen und gehe mit ihr an die frische Luft. Die ist ja auch supergut bei Erkältung. Aber die Tour hält mich wieder von einem kleinen, vernünftigen Snack ab. Denn ich bin ein HeimEsser. Das liegt auch zum großen Teil an den Kindern. Eltern können sich jetzt die passenden Restaurantaufenthalt – Bilder dazu im Kopf ausmalen.

Ich gebe zu, das war eine Extremversion. Und doch schaffe ich es auch unter normalen Umständen manchmal nicht bis circa 17 Uhr etwas gegessen oder getrunken zu haben. Was mich tierisch nervt. Und ich suche nach einer Lösung.

Das ist gar nicht so einfach. „Einfach“ ist hier das Zauberwort. Die Lösung müsste „einfach“ umsetzbar sein. Auch unter Zeitdruck. Denn ist meine Tochter in der Kita abgegeben, turne ich sofort nach hause, um zu arbeiten. Da fängt es schon an. Arbeit oder Essen? Mist, die Zeit ist zu kurz, also Arbeit.

Ich muss dazu sagen, ich habe folgendes Problem. Ich bereite mir mein Essen sehr, sehr gerne selber zu. Die Erklärung hierfür ist fast schon banal.

Dann weiß ich was drin ist.

Ich komme auf Fertigessen nicht klar. Schon wenn ich auf die Inhaltsangaben schaue, hebt es mich meilenweit empor. Ich bin da tatsächlich ein Freak. Das muss ich so ungeschminkt sagen. Um Essen zuzubereiten, braucht es eben etwas Zeit. Und hier ist mein Problem. Die scheine ich mir mit Kleinkind nicht zu gönnen. Oder gönnen zu können?! Und dann werd ich „AntiFertigfood-Freak“ vollkommen blöde. Dann schaufel ich mir manchmal in der Not der vollkommenen Unterzuckerung Süßkram rein. Das ist Selbstbetrug in Reinform. Womit ich dann mein total schlechtes Gewissen in diesem Fall tröste, ist die Tatsache, dass ich mir sage: Hier wusste ich, dass ich Zucker zu mir nehme! Bei einer Tiefkühlpizza denke ich an Tomaten und Käse und so. Und nicht, dass ich einen Berg Zucker drin hab. In diesem Sinne noch einen schönen Gruß an unsere Verbraucherministerin, die sich gegen eine Nährwertampel ausspricht und für Freiwilligkeit der Produzenten plädiert. Bevor ich mich mit dem Thema nicht intensiv beschäftigt hatte, wusste ich nicht, wie viel Zucker ich ohne meines Wissens aufnehme. Und gerade als Mama hat man nicht die Zeit detailliert die Inhaltsangaben jedes Produktes zu studieren. Man hat ja noch nicht mal genügend Zeit zu essen! Aber jetzt atme ich einfach ganz tief durch, hauche ein Ohm und beruhige ich mich wieder.

Die böse Dose!

Da steh ich dann. Unverrichteter Dinge. Mit meiner grundsätzlichen Abneigung gegen das bloße reinschaufeln von fertigen Dingen. Und bleibe hungrig. Das kann auch nicht die Lösung sein.

Ich liebe den Genuss. Das in Ruhe essen. Das ist meinen beiden Zwergen allerdings so was von Latte. Und wenn ich es dann abends endlich zum gemeinsamen Essen schaffe, dann rücke ich meistens mit dem Schaufelbagger an, um es ganz schnell hinter mich zu bringen. Dann fühl ich mich übervoll und voll unbefriedigt. Außerdem ist es ja auch keine Lösung, den ganzen Tag nichts zu essen und dann am Abend ganz viel. Wobei? Der letzte Schrei derzeit ist Intervall-Fasten.

Zum ersten Mal stieß ich in der Fit For Fun auf das Thema. Und wollte es tatsächlich als den nächsten Hype abtun. Dann habe ich einen interessanten Bericht über Fasten im allgemeinen gesehen. Hier war ein Arzt aus dem Immanuel Krankenhaus in Berlin zu Gast. Prof. Dr. med A. Michalsen erzählte von seiner Forschung im Bereich Fasten und dass das Intervallfasten die Art des Fastens sei, die man in den Alltag übertragen könne. Mein Interesse war geweckt. Und ich denke, sobald die Kitazeiten meiner Tochter ausgeweitet sind. Der Frühling kommt und die Krankheiten rarer gesät sind. Dann kommt der Tag, an dem ich mich daran wage. Das Thema ist dann sicher einen eigenen Beitrag wert. Aber erst einmal muss ich ja überhaupt zum Essen kommen.

Rezepte aus der Fit For Fun Februar 2019

Der Gedanke liegt nahe, dass ich abends mein Essen schon vorbereite. Das könnte meine Lösung sein. Tatsächlich habe ich hierfür auch in der Fit For Fun einen Artikel über lecker aussehende Frühstücksbowls entdeckt, die man eine Nacht im Kühlschrank ziehen lassen sollte. Vielleicht wage ich mich einmal daran? Dann wäre das Frühstück schon mal überbrückt. Natürlich hoffe ich hier, dass mich am Abend nicht die Müdigkeitskrätsche auf die Couch haut. Ansonsten warte ich weiterhin auf meinen Mann, der abends seine Kochkünste zur Schau tragen darf. Und was den Süßkram angeht bin ich jetzt wenigstens auf Bananen, Äpfel und Nüsse umgestiegen. Das bringt es auch viel mehr als Gummibärchen. Und trotzdem lässt mich die Frage auch weiter nicht los, ob ich tatsächlich der einzige Mama-Mensch auf der Welt bin, der es nicht schafft zu essen. Mein Mann meint: Ja. Er kann sich nicht vorstellen, dass es das überhaupt gibt. Ich glaube schon.

Meine neue Zwischenmahlzeit.

Na gut, dann beiße ich jetzt mal genüsslich in einen Apfel gegen den kleinen Hunger. Und wer jetzt sagt, ich bekomme aber von Äpfeln noch mehr Hunger,

hier eine kleine Info dazu:

Äpfel enthalten Pektin. Das ist genauer gesagt eine Nahrungsfaser. Wenn du sie kaust und sie mit Verdauungssäften in Kontakt kommt, quillt sie auf. Das Pektin eines Apfel reicht nicht um unseren Magen zu füllen. So bekommt man das Zeichen, dass der Körper noch mehr davon haben möchte. Also ein Hungergefühl. Am besten hilft ein zweiter Apfel. Falls man keine Lust hat dauernd zwei Äpfel zu essen, dann kann man gerne den einen Apfel zusammen mit Nüssen oder Mandeln essen. Die dort enthaltenen ungesättigten Fettsäuren und das Eiweiß machen nachhaltig satt und lassen den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schießen. Das heißt, mit dieser Kraft kann ich auch das Trampolin rocken.

In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser.


4 Gedanken zu “Das Ding mit dem Essen

  1. Also ich bin eher die „im Stehen das Brot Inhaliererin“ 😅😅 seit neuestem versucht mir meine jüngste immer den Kaffee hinterher zu tragen und verschüttet ihn dabei im ganzen Haus 😅😅😅 deswegen nimm ich auch den auf Ex 🤦

  2. Während ich aß, war mein Mädchen in seinem Glückskäfer immer sehr zufrieden. Als sie etwas größer war, hatten wir ein Tragi, in dem ich sie mit dem Rücken zu mir setzen konnte. Sie sah dann viel mehr interessante Dinge, konnte selbst schon mit anfassen und war trotzdem nah bei mir. Als sie nicht mehr ins Tragi passte, war die Aktion auf dem Tisch eh interessanter. Schmeckt Banane mit Erbsen? Wieviel handgematschtes Brot mit Käse passt in die kleine Plastikflasche mit dem engen Hals? Schwimmt die Scheibe Salami auf Mamis Suppe? Was schwimmt besser? So lange konnte ich gar nicht essen… 🙂

    Alles Liebe

    Laureen

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