Schöne Füße

Ich habe mich mal durchgescrollt. Durch meine Beiträge. Und ja, ich habe das Thema Füße durchaus auch im Zusammenhang mit meinen Schuh-Blogs schon angerissen. Nun hatte ich neulich in meinem Kurs eine Teilnehmerin, die mich noch einmal auf meine Schuhe ansprach, weil sie bemerkt hatte, dass ich die Sohlen „so unglaublich gut“ biegen konnte. Das lag eventuell auch daran, dass ich bereits beim Warm-Up ganz explizit darauf hingewiesen hatte, dass meine Jungs und Mädels bitte gerade bei so Schritten, wie dem TipToe auf das Abrollen achten sollen. Das es hier auch darum ginge die ganzen kleinen Fußmuskeln erst einmal fürs Training „wachzubekommen“ und dann eben auch unser Sprunggelenk aufzuwärmen.

Der Hinweis schien wichtig zu sein. Also, dass er wichtig ist, steht außer Frage. Aber was ich sagen will, er erschien durch das ausdrückliche Daraufhinweisen auch eine Wichtigkeit für die Teilnehmer zu bekommen. Die sonst eben das warmmachen der großen, offensichtlich zu bemerkenden Muskeln vor Augen haben. Und den Ausdruck „wachbekommen“ nutze ich nicht nur aus dem Mangel anderer Ausdrucksweisen. Aber dazu später noch einmal mehr. Auf jeden Fall sprach sie mich nach dem Kurs noch einmal auf meine Schuhe an und meinte, dass sie eben auch schon in ihrem jungen Alter zu einem Plattfuß neigt. Und der dann ja auch voll auf die Wirbelsäule ginge.

Und sie hat so unendlich recht. Denn wenn ich jetzt das Thema Füße noch einmal angehe, dann deshalb, weil wir uns alle bewusst machen müssen, eine gute und „auf Dauer schmerzfreie“ Haltung beginnt eigentlich bei den Füßen. Und unsere Füße bekommen zu wenig Aufmerksamkeit.

Bäm. Da habe ich jetzt eine Behauptung hingeklatscht. Und sicher gibt es Menschen, die ihren Füßen viel Aufmerksamkeit gönnen. Aber dennoch bin ich mir sicher, der Großteil tut das eben nicht. Wir sind konzentriert auf unsere „großen Muskeln“. Die, die man sehen kann. Einfach aus ästhetischen Gründen, wie Sixpack, toll trainierte Beine oder ein knackiger Popo. Oder eben auch, weil sie so dominant groß sind, wie zum Beispiel unser Oberschenkelmuskel. Eben so groß, dass man sie nicht übersehen kann und sie auch mal schnell Aua machen, wenn man sie trainiert.

Die Füße machen übrigens auch gerne mal „Aua“, wenn man aufs Trampolin geht. Ich hatte es, glaube ich, schon einmal in meinem ersten Schuh-Beitrag beschrieben, was ich für ein Gefühl hatte, als ich meine Turnschuhe wechselte. Nämlich vom schönen, festen, stützenden Schuh zu Barfuß-Schuhen. Denn was schön, fest und stützend ist und unseren Fuß umschließt, nimmt ihm eben im Gegenzug die gewisse Freiheit sich zu bewegen. Ein ziemlich krasses Beispiel ist die alte Tradition des „Füße bindens“ in China. Lag ganz einfach daran, dass irgendein Kaiser auf Frauen mit kleinen Füßen stand. So wurde es schick den Mädchen die Füße zu verbinden. Ganz eng. Damit sie auch schön klein blieben. Resultat, verstümmelte Füße und Schmerzen. Natürlich ist das ein ganz schön bitterer Vergleich und jeder feste Turnschuh erfüllt einen anderen Zweck, als ausschließlich einer Modeerscheinung Tribut zu zollen. Auch möchte ich nicht wirklich mit Barfußschuhen Profifußball spielen. Und im Basketball ist es sicherlich ganz gut höhere Turnschuhe zu tragen, um sein Sprunggelenk ein wenig save zu halten.

Gut, diese Jungs haben jetzt nicht unbedingt Probleme mit ihren Füßen. Aber trotzdem denke ich, dass im Fußball festes Schuhwerk ganz sinnig ist.

Der Ausgleich macht es halt. Soll heißen, dass man dann eben auch mal gerne barfuß laufen kann und sollte. Geht ja auch hervorragend in seinen eigenen vier Wänden. Oder auch mal auf Barfußschuhe umsteigt. Hier kommen wir nämlich zum „wachbekommen“. Dadurch, dass wir die meiste Zeit Schuhe tragen, muss unsere Muskulatur in den Füßen fast gar nicht mehr wirklich arbeiten. Gut sie müssen uns tragen. Aber einige Bewegungen, wie das richtige abrollen, fehlen im Alltag. So verkümmert manche Muskulatur im schlimmsten Fall und unsere Füße verlieren auch unter Umständen ihre gesunde Form. Was wir Mädels wahrscheinlich alle ein wenig kennen, ist das was man Hallux Valgus nennt. Den kann man sich schön mit hohen Schuhen anerziehen. Auch unschön ist ein „Hammerzeh“. Den kann man durch FlipFlops bekommen. Und das obwohl, die Schuhe ja schön frei sind. Aber unsere Zehen bzw. unser großer Zeh und der nächste kleinere müssen immer das FlipFlop-Bändchen „umgreifen“, damit sie uns nicht wirklich von den Füßen rutschen und dann kommt es zu diesem unschönen Aussehen. Oder man hat beides auf einmal. Also schmeißen wir die Schuhe, welche auch immer, mal in die Ecke und laufen eben mal Barfuß.

Böse Flip Flops. Auch ich bin nicht vor ihnen gefeit. Hier auch schön zu sehen mein Hallux Valgus, den ich mir durch 12 cm-Absätze angezüchtet habe.

Ich habe das immer sehr gerne getan. Bis! Ich nach Berlin zog. Mein erster Barfußlauf endete mit einem Glassplitter im Fuß. Und dagegen gibt es leider nichts zu machen. Denn es scheint leider hier ein Volkssport zu sein. Glasflaschen auf dem Boden zerschmeißen. Unglaublich. Nichts gegen eine Flasche die mal aus Versehen zu Boden fällt. Aber hier ist Glasflaschen-Werf-Town. Also ging’s für mich damals ab in die Latschen. Und schnell war auch ich daran gewöhnt. Und dann kam, wie oben angedeutet, das erste Mal nach Jahren in leichten Turnschuhen auf dem Trampolin. Autsch. Aber kein böses Autsch. Ich merkte, da löst sich etwas. Kein bleibender Schmerz. Eher ein befreiender. Außerdem war auch positiv, dass ich mit JUMPING nach meiner ersten Schwangerschaft startete.

Das soll heißen, nach 30 Kilo plus und den dadurch gefühlt plattesten Plattfüßen und einem bezaubernd lustigen, über neun Monate antrainierten Schwangerschaftswatschelgang, sahen meine Füße und deren Muckis Licht am Ende der Sandale. Meine Haltung besserte sich innerhalb von Monaten schlagartig. Nicht, dass man als Mami nur watschelt, nein, man hat meistens vom Kind tragen, Kinderwagen schieben und auch vom Stillen einen Rundrücken. Die Bauchmuckis müssen eh erst ihren Weg zurück an die richtige Stelle finden. Und oft hat sich sowieso das meiste an trainierter Muskulatur verabschiedet. Da fängt man dann am besten an der Basis an. An den Füßen. Und richtet sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf. Und das auf einem Untergrund, der eben mal nachgibt. Und auf dem man selbst bei kleinsten Schwankung eben schon balancieren muss. Auch wenn es unbewusst passiert. Es passiert. Und währenddessen müssen unsere Füße arbeiten und werden trainiert. Halt nicht so offensichtlich, wie unser oben genannter Oberschenkelmuskel. Aber eben effektiv und mit großer Wirkung. Und die muss sich nicht immer in einem Muskelkater bemerkbar machen. Sondern eben in einer gesunden Haltung.

Damals hat mir JUMPING unglaublich geholfen. Heute denke ich manchmal: „Mensch, hätten wir da schon HEALTH gehabt.“ In diesem Training bleibt noch etwas mehr Zeit sich dem richtigen Haltungsaufbau, beginnend bei den Füßen, zu widmen.

Der richtige Haltungsaufbau:

Übrigens auch für bellicon JUMPING anzuwenden. Und auch gerne für den gesamten Alltag.

„Da die Fußposition die Basis einer guten Körperhaltung darstellt, lohnt es sich auch mit der Anleitung der perfekten Haltung bei den Füßen zu beginnen und dann die Position weiterer Gelenke nach oben hin anzuleiten“

(Beginn der Beschreibung in unserem bellicon HEALTH-Konzept)

  • Stelle deine Füße hüftgelenkbreit parallel (nicht nach innen oder nach außen gedreht) in der Mitte des bellicon® auf
  • Die Druckbelastung der Füße liegt auf der Ferse hinten außen, auf der Kleinzehenseite und auf dem Großzehengrundgelenk 
  • Baue deine Fußgewölbe auf, indem die Zehen leicht «angedockt» werden
Solche Fußgewölbe sollten wir eigentlich haben. Hier mal eine bildliche Ansicht. Grafik ©Sebastian Kaulitzki

Übersetzt heißt das so viel. Unsere Füße setzen an drei Punkten auf und erden sich. Das können wir mal bewusst versuchen, indem wir unsere Zehen auf dem Boden festkrallen. Fühlt sich ein bisschen komisch an, aber ist der richtige Ansatz.

Wie gesagt, im letzten Kurs hatte ich Zeit und Ruhe noch einmal konkret auf die Füße einzugehen. Es war einfach zu heiß, um einen vollkommenen Powerkurs zu machen. Und sofort war auch die Aufmerksamkeit der Teilnehmer darauf gelenkt. Was tatsächlich gut war. Wie gesagt, unsere Füße werden einfach oft vergessen. Mir ist natürlich klar, dass die Leute zum Powern ins Jumping kommen. Und man eben gerne gedanklich bei solchen Trainingskonzepten auf anderes konzentriert ist, als auf die kleinsten Muskelgruppen. Da fällt mir eine Bekannte ein, die leidenschaftlich gerne Yoga macht. Auch hier wird ja genau der Haltungsaufbau geprobt. Und sie meinte mal so nebenbei zu mir: „Seit ich Yoga mache, habe ich voll schöne Füße bekommen!“ Sie hatte auch einen Hallux. Den sie sich durch gezieltes Training wegsportelte. Ihr Augenmerk lag eigentlich während des Trainings auch darauf, ob ihre Arme gestreckt, ihr Rücken gerade waren oder ob sie den Trikonasana gut hinbekam. Nur das ihre Yogalehrerin immer und die ganze Zeit während der Übung darauf verwies, dass die Füße, wie auch oben schon beschrieben, gut mit dem Boden verankert sein sollen. So lag das Augenmerk meiner Bekannten nach dem Training auf einmal bei der verbesserten Optik ihrer Füße. Aber wenn man unbewusst gesunde Dinge unter dem Aspekt Ästhetik macht, dann ist das meines Erachtens voll ok. Und gerade im Sommer ist es ja schön, schöne Füße zu haben, wenn man sie so frei präsentiert.

bellicon HEALTH und bellicon MED auch mal barfuß. Oder am liebsten in den bellicon® Antirutschstrümpfen. Aber auf jeden Fall so frei, dass auch die Füße ganz schön trainiert werden. Allerdings sind bei bellicon JUMPING Schuhe ein muss. Ganz einfach weil wir da einen Affenzahn an Speed und Power an den Tag legen. Siehe das Fußballbeispiel. Da wollen wir ja auch nicht barfuß antreten.

Ich gehe jetzt auch mal wieder zum Füße trainieren und verschönern aufs Trampolin. Ich habe es tatsächlich noch immer nötig. Aber gebe die Hoffnung nicht auf und sehe und bemerke ja auch eine Besserung im Gegensatz zu meinen Schwangeschaftsfüßlein. Im HEALTH gibt es ja tatsächlich den Luxus, dass hier extra Übungen für Füße gemacht werden. Da geht es ja aber auch etwas gesitteter 😉 zu als im JUMPING. Da muss man sich den Sommer als JUMPING-Trainerin mal zu nutze machen. Denn bei so einer Affenhitze, kann man eh nicht so wild los toben. Da können wir uns alle wieder aufs kleine Detail konzentrieren. Und glaubt mir, wir schwitzen trotzdem.

Ansonsten dran denken, wenn nicht barfuß, dann ist gutes Schuhwerk super wichtig für uns. Und besonders für die Kleinen. Auch wenn sie manchmal gerne auf andere Treter zugreifen würden.

In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Teilnehmer oder Leser.


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