Was ist der härteste Job??

Bergarbeiter. Oder so etwas in der Art?! Ich kann das nicht so genau sagen, denn ich weiß tatsächlich nicht, wie es ist, ein Bergarbeiter zu sein. Oder wie man sich, als einer fühlt. Besonders nach der Arbeit. Oder wie man sich nach eben einer anderen körperlichen harten Arbeit fühlt. Ich weiß nur, dass wir so gestrickt sind, dass wir dergleichen an Profession mit „zu recht müde bei Feierabend“ assoziieren.

Nun habe ich während meiner Studienzeit gekellnert. Wahrscheinlich wie jeder Dritte hier? Damals behauptete ich und meine studierenden Kollegen, das sei der härteste Job überhaupt. Wir jobbten in einem Szenecafé im Prenzlauer Berg. Und das war schon öfters mal rumsvoll. Da gab es tatsächlich die Abende, an denen ich niemanden mehr sehen und hören wollte. Und mich einfach aus den Latschen kippen ließ, sobald mein Blick die Couch ausgemacht hatte.

Danach kam ich ja sozusagen zu meinem Traumjob mit viel Gehüpfe, Sport und Spaß. Klar, an manchen Arbeitstagen kam ich auch fix und foxi nach hause. Gerade wenn extrem viel organisatorisches im Büro zu erledigen war. Dann war ich schon, sagen wir mal,  ermüdet. Die richtigen Bergarbeiter unter uns, werden jetzt sagen: „Is eben n Bürojob. Und mal aufm Trampolin rumgehüpft!“

Nun aber, ihr lieben Bergarbeiter, muss ich sagen, habe ich in den letzten sechs Jahren etwas festgestellt, dass ihr nicht gerne hören werdet. Und ich schreibe jetzt keine Geschichte über die harten Arbeitsbedingungen im Office.

Kleiner Einschub:

Die schlimmsten Fehlhaltungen, die heutzutage in unserer Gesellschaft zu pathologischen Befunden führen, holt man sich bei Büroarbeit bzw. am Computer oder beim Daddeln am Smartphone! Siehe verkürzter Hüftbeuger durch zu viel sitzen. Und eine extrem verspannte Nackenmuskulatur durch den dauernden Blick auf einen Bildschirm. Auch heftige Rückenbeschwerden können durch zu wenig Bewegung die Folge sein. Zum Glück bietet bellicon auch die Möglichkeit sich das Trampolin mit zum Schreibtisch zu nehmen. Kein Spaß. Wir können tatsächlich im Office zur Auflockerung schwingen. Nur sollte nicht ein Gesprächspartner auf dem Trampolin stehen und hüpfen, während der andere vor ihm auf dem Boden steht. Ist ein bisschen wie beim Tennis. Nur von oben nach unten.

bellicon® Workspace (Quelle: bellicon.com)

Aber nun zu meiner Feststellung, die mich, als ich schon wieder so halb in der Arbeitswelt stand, wie ein Keulenschlag traf.

Es war ein schöner Montag Morgen. Meine Tochter war noch am Freitag krank gewesen und konnte nicht zur Kita. Das hatte sich allerdings schon am Donnerstag abgezeichnet. Und so hatte ich mich mental auf einen Zuhause-Tag eingestellt. Ich meine, wer krank ist, muss ja auch viel schlafen. Meine Tochter nicht! Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Denn das ist ihre feste Überzeugung. Von der sie sich auch nicht abbringen lässt. Wenn man es versucht, dann wird es laut. So dachte ich eben am Freitag: „Ist eh bald Wochenende. Und wenn da nichts geht, dann rocken wir den Montag durch.“ Das war der Plan. Noch vor dem Weckerklingeln am Montag Morgen habe ich mit den Hufen gescharrt. Voller Arbeitsmotivation und Pläne für den Tag.

Als ich dann um 9 Uhr in der Kita stand. Kam eine Erzieherin auf mich zu und sagte mir freundlich, aber in ihrer Not doch bestimmt, dass ich meine Tochter leider wieder mitnehmen müsse. Sie hätten akuten Personalmangel. Rums! Alle Pläne dahin. Ich kann, glaube ich, keiner Nicht-Mami den Frust erklären, den ich in dem Moment spürte. Und meine aufgetürmten Arbeitspläne fingen in meinem Kopf schon hämisch an zu kichern. Nun bin ich ja tatsächlich selbstständig und auch wirklich der Auffassung, dass die Mädels dort in der Kita nichts für den Zustand können. Also packte ich meine Tochter wieder ein und versuchte mit meiner Enttäuschung auf dem Heimweg klarzukommen. Und einen neuen Plan zu entwerfen. Diese Möglichkeit habe ich ja immerhin noch.

Ich denke hier nur an die Mamis, die angestellt sind. Ein Horror! Und allerhöchsten Respekt an euch, wenn ihr das gemanagt bekommt. Mein Plan war einfach. Und er hieß Nachtschicht. Also ergab ich mich meinem Schicksal. Und machte einen „Spieletag“ aus meinem „Arbeitstag“. Diesen Vergleich habe ich tatsächlich schon einmal gehört. Der hat mich genauso zum Beben gebracht, wie die Annahme, dass ich um 15 Uhr ja „Feierabend“ mache. Nun ja, bei Kind Nummer Zwei ist man bei solchen Aussprüchen ja nicht mehr so empfindlich. Nur die Situation setzt einem zu.

Denn wer uns Frauen kennt, der weiß, dass wir das eben nicht mal so leicht machen! Dazu gab es einen interessanten Artikel in der Zeit.

Also saß ich da, spielte oberflächlich mit meiner Tochter und war im Kopf bei meiner Arbeit und mit den Fingern viel zu oft am Handy. Gerade das mag ich gar nicht. Ich möchte nicht, dass meine Kinder das Gefühl bekommen, dass das Ding mehr Priorität hat als sie. An Tagen, an denen ich darauf eingestellt bin nicht zu arbeiten und Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, dann ist das Handy auch weg. Aber an solchen Tagen, wie diesem besagten Montag gelingt es mir einfach nicht. Natürlich führt das dann auch dazu zu, dass meine Tochter noch anhänglicher wird, als sie sowieso schon ist. Verständlich. Sie möchte ja die Aufmerksamkeit. Und will sie nicht mit diesem Gerät teilen. Oder gar noch schlimmer, in Vergessenheit geraten, weil ich nur an den Tasten hänge. Das arme Kind wird dann so etwas, wie eine mentale Klammer für mich. Weil ich einfach in Gedanken bei der Arbeit bin. Ich versuche zwar mein bestes zu geben. Warte aber ehrlich gesagt, doch nur auf meinen Mann, damit ich wenigstens für fünf Minuten an den Laptop komme, um mir eine Übersicht über das „Ohne – mich – Geschehene“ zu machen. Und das in meinen nächtlichen Arbeitsplan zu integrieren. Um wenigstens trotzdem irgendwie „tätig“ gewesen zu sein. Denn auch ich habe das Problem, dass ich das Schleppen meiner Tochter, das Essenkochen, das Windeln wechseln und das bespassen durch Bücher lesen, Türmchen bauen, Spielmünzen kochen, Bobbycar fahren, Puzzleteile unterm Sofa hervorholen, Bällen nachjagen und so weiter, nicht als reelle Arbeit ansehe. Denn da liegt anderes auf meinem Schreibtisch. Und der Haushalt und die Kinder zählen dann als eine Art „Hobby“?! Ich weiß nicht. Da sitze ich in der gleichen Kopffalle, wie viele anderen.

Mein Mann kommt an dem Tag natürlich auch später. War halt Montag. Mein Körper hält sich bis 20 Uhr noch aufrecht. Mein Kopf flüstert ihm beständig ein, dass noch eine Nachtschicht vor ihm liegt. Aber er gibt auf. Ich bin todmüde. Das war es mit der Nachtschicht. Der Weg ins Badezimmer ist schon erbärmlich, denn eigentlich möchte ich einfach nur die nächsten zwei Tage auf der Couch liegen bleiben und schlafen. Sorry, aber von einem spontanen Fulltime – Kindertag bin ich erschlagen. Und wenn ich ehrlich bin, manchmal nicht nur von einem spontan stattfindenden Kindertag. Mein Mann hat ja auch schon Scherze über mich gemacht, als ich noch voll in der Elternzeit war, dass er mich immer schon um sieben ins Bett legen könnte. Ja! Kann er. Denn ich muss sagen, nichts fordert so sehr wie Kinder. So ihr lieben Bergarbeiter, ich behaupte wir machen den härtesten Job schlechthin. Und unsere Bezahlung und Anerkennung dafür ist oft unter aller Sau.

Lokomotive müsste man sein. Jedenfalls haben „Thomas und seine Freunde“ immer ein kleines Lächeln auf dem Gesicht und scheinen auch mit der schwersten Arbeit zufrieden.

Vielleicht haltet ihr mich auch nur für empfindlich. Und vielleicht bin ich das auch. Doch ich denke, dass viele Mamis ab einer gewissen Uhrzeit nur noch die Krätsche machen möchten. Und dass viele Mamis sagen: “ Oh ja, so ein Tag mal ohne andere Gedanken mit einem Hammer auf Steine drauf klopfen! Hach, das wär’s!“ Kar weiß ich, dass wir das wahrscheinlich keine Stunde durchhalten würden. Aber ein Bankangestellter auch nicht. Letztendlich sollte sich keiner ein Bild über eine andere Arbeit als seine Erlernte machen. Denn wir stecken nicht drin. Und jeder Job hat etwas schönes. Aber auch etwas ermüdendes, kräftezehrendes. Immerhin haben wir ja oft etwas gelernt, in das wir unsere Energie reinsetzen. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich diesen Beitrag schreiben musste. Es gibt, glaube ich, keinen Job, über den so oft geurteilt wird, wie der einer Mutter und Hausfrau. Und ich frage mich warum? Warum ist für viel so klar, dass das Peanuts ist, dass es noch nicht mal als richtige Arbeit zählt?Geschweige denn Bezahlung verdient? Seit ich Kinder habe, denke ich darüber öfter nach. Auch weil ich mich selbst dabei erwische, so zu denken. Dieser eine spontan entstandene „Arbeitsausfalltag“ hat es mir mal wieder gezeigt, dass ich nicht besser bin. Die „richtige“ Arbeit lässt mich im Kopf nicht los. Und die andere, man kann sie ja nicht „falsch“ nennen, fordert mich so sehr, dass ich abends vollkommen erschöpft bin. Ganz schön verrückt.

Ich glaub bei all der Verwirrung muss ich mal wieder aufs Trampolin. Meine Gedanken klar hüpfen und, weil sie mich nicht einfach in ein Bergwerk lassen, meine Energie in die Matte springen. Und zugeben, ok, Bergarbeiter ist n echt harter Job, auch wenn ich nicht viel darüber weiß. Aber Mami sein ist mindestens genauso hart.

In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Ob als Leser oder Teilnehmer.


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