Der kleine Schwung fürs Lymphsystem

Einmal kurz von meinem Vollzeit-Mami-Dasein weg zu einem körperlichen Thema. Das Lymphsystem. Schon lange hat es sich als Beitragsidee in meinem Kopf eingenistet und kam bisher noch nicht zum Zug. Nun aber, wo ich das Video als Medium für mich entdeckt habe, bekommt endlich auch das Lymphsystem seine Chance. Und die hat es wirklich verdient. Denn leider wird es in seiner Stellung oft unterschätzt und wenn man denn Sport macht, dann denkt man vorrangig an seine Muskulatur, an sein Gewicht oder seine Ausdauer. Aber ans Lymphsystem? Hände hoch, wer ins Fitnessstudio geht und sich auf dem Weg sagt: „Juhu, jetzt tu ich mit der Bewegung meinen Lymphen was Gutes?“ Jemand dabei? Nö! Ok, ich eigentlich auch nicht.

Aber ich geh‘ aufs bellicon, wenn die „kleenen Beenchen“ mal wieder voluminöser und schwerer werden oder sich so anfühlen. Wer meinen Blog verfolgt, der weiß: „Ah ja, alle vier Wochen einmal.“

Alle paar Wochen heißt es für mich: Bein hoch!

Genau, alle drei bis vier Wochen mache ich den kleinen Kugelfisch. Was so lustig klingt, das ist weit weg von lustig. Ich ploppe auf und nach ein paar Tagen wieder ein. So kommt es, dass ich meine Jeans am Abend über den berühmt berüchtigten Stuhl im Badezimmer lege und am nächsten Morgen denke, mein Mann oder meine Kinder haben die Hose über Nacht zu heiß gewaschen. Nach kurzem hin und her in meinem Kopf, komme ich zu dem Punkt: Ok, mein persönlicher weiblicher Monat ist wieder vorbei. Nach einer Woche passt mir die Hose wieder als wäre nichts gewesen. In den Tagen dazwischen fühlt sich alles an meinen Beinen an wie Wurstpelle.

Allerdings würde ich das Gefühl höchstens als unangenehm beschreiben und damit das ganze als ein kleines, rein ästhetisches Problemchen abtun. Denn immerhin habe ich keine Schmerzen. Nein, ich bin nur eine der Frauen, die alle Monate sagt, dass sie sich so „aufgeschwemmt“ fühlt. Und auch wenn mir freundlich gesonnene Stimmen bezeugen, ich sähe doch so aus, wie immer, so bemerke ich es doch, dass nichts ist wie immer. Doch nach ein paar Tagen ist ja dann auch wieder alles vorbei.

Aber was ist mit denjenigen, die unter dem Stocken des Lymphflusses richtig leiden? Diejenigen, die ein Lymphödem haben und damit verbunden wahre Schmerzen leiden. Denen kann derzeit nur mit einer Entstauungstherapie wie Lymphdrainage und Bewegung geholfen werden. Leider oft Bewegung unter Schmerzen. Das klingt nach recht wenig für so ein gravierendes körperliches und vor allem einschränkendes Problem. Das liegt mitunter daran, dass man sich bisher, auch in medizinischer Sicht recht wenig um das Lymphsystem gekümmert hat.

Auch ich habe einige Versuche an Arztbesuchen hinter mich gebracht. Wie schon beschrieben, schwemme ich ungefähr alle vier Wochen auf. Könnte also an den Hormonen liegen. Wäre naheliegend. Aber… ich weiß es nicht. Es ließ sich nichts feststellen. Dann kam die Idee, es sei ein Lipödem bei mir. Irgendwann dann die Aussage: vielleicht doch nicht. Ein paar Diabetes-Tests. Nichts. Und irgendwann ließ ich es sein. Das war mir zu doof. So viele, die eigentlich zugeben mussten, dass sie nicht wussten was ist. Und dann zusätzlich noch viele Stimmen, die es immer besser wussten und das schlimmste vermuteten. Man wird wahnsinnig. Auf jeden Fall, tat ich mir in der Zeit etwas Gutes und ging regelmäßig zur Lymphdrainage. Natürlich wurde dort auch regelmäßig der Umfang meiner Beine vermessen. Und, die Geschichte kennen nun schon einige meiner fleißigen Leser, in einer Woche, in der ich sehr viele bellicon JUMPING Kurse vertrat, schrumpfte der Umfang meiner Beine um einige Zentimeter. Einige Zentimeter als im Normalzustand und natürlich logischweise daher etliche Zentimeter weniger als in meiner besagten „Monatsanschwellphase“.

Ich ließ den Ärztemarathon hinter mir und schwor mich seitdem ausschließlich aufs bellicon ein. Nun habe ich noch immer meine Kugelfischphase jeden Monat, aber ich weiß nun was ich tun muss. Ich schwinge.

Ein Relikt aus vergangenen Tagen, die auch gar nicht mehr richtig passen. Aber wer auf Kompression angewiesen ist, sollte sie auch beim Training auf dem bellicon tragen.

Hier aber noch einmal der Hinweis von mir: Ich habe kein Ödem! Also bitte, wer wirklich unter einem Ödem leidet, der kann sich das bellicon oder ein Minitrampolin zusätzlich zu allen anderen medizinischen Mitteln und Untersuchungen dazu holen. Bitte sagt nicht, nach meinem Beitrag: „Aber sie hat doch alles gelassen und schwingt nur noch.“ Ich habe aber auch keine Schmerzen und wenn es bei mir eine Verschlechterung gäbe, würde ich sofort einen Arzt (Phlebologen) kontaktieren und auf Kompression und Lymphdrainage plus dem bellicon Training setzen.

Natürlich ist mir auch bewusst, dass ich als Einzelperson kein Beweis für den generell gültigen positiven Effekt eines bellicon Trainings bin. Aber da die Nebenwirkungen des Schwingens auf dem bellicon nur Spaß und ganz viele Glückshormone sind, teile ich gerne mein Wissen und meine Erfahrungen mit euch. Denn es wird wieder warm und auch dann hat man gerne mal am Abend schwere Beine.

Und immer daran denken, müsst ihr eventuell während eures Trainings Pipi, dann liegt das, liebe Mamis, vielleicht nicht unbedingt an einem schwachen Beckenboden sondern daran, dass eure Lymphflüssigkeit so richtig in Wallung kommt und die Giftstoffe ausschütten möchte. Also genießt euer Training und unterbrecht es auch gerne für einen Toilettengang. Danach könnt ihr ja wieder aufs bellicon und fröhlich und erleichtert weiter machen.

Wer schwere und schmerzende Beine hat und ständig zur Bewegung angetrieben wird, um eine Besserung zu erzielen, kann sich vom dem Schwingen auf dem bellicon eine fast schmerzfreie Bewegungsmethode versprechen. Von der Sprungmatte und den Gummiseilringen wird man sanft aufgefangen und man kann seine Intensität soweit wie möglich selbst bestimmen. Das gute ist ja, dass schon bei einer kleinen und sanften Bewegung der Schwerkraftwechsel, der beim Schwingen auf dem bellicon stattfindet, voll zum Einsatz kommt. Bei diesem Schwerkraftwechsel entstehen ein perfekter Zug und Druck auf die Zellen, die sich positiv auf das Lymphsystem auswirken und es anregen. Außerdem nutze ich das bellicon in dieser Phase nicht nur um mich zu bewegen, sondern ich nutze es auch als eine Art Massagegerät. Das Schwingen löst meine Verspannungen und lockert mein Muskeln. Ich habe das Gefühl alles was „eng“ ist bekommt Raum und alles was überflüssig ist, fließt ab.

Aber Achtung, wenn ich von mehr Raum spreche, komme ich auf folgendes, ich habe bei Lippa Britta aus der Lipödem Community nachgefragt und zwar nach dem Tragen von Kompression. Sie wies mich darauf hin, dass wer an einem Lymph- oder Lip- oder Lymph-Lipödem leidet, der sollte auf jeden Fall Kompressionen tragen. Diese unterstützen den Druck und den Zug, der beim Schwingen entsteht, noch zusätzlich. Bei Britta findet ihr übrigens auch super Tipps zum „Anlymphen“ vor dem Training.

Weil ich ja nun auch als Mami diesen Blog schreibe, bin ich noch über ein weiteres spannendes Thema gestolpert. An der ETH in Zürich ist das Lymphsystem nun in den Fokus der Forschung gerückt und Wissenschaftler haben bereits einige Erkenntnisse gewonnen. Fakt ist, dass das Lymphsystem durch eine OP unterbrochen werden kann. Die Narbe ist sozusagen die Staustelle. Hier liegt es daher auch nahe, dass eben ein Kaiserschnitt, als Narbe tief im Gewebe und somit als Staustelle, ein Lymphödem beziehungsweise Probleme mit dem Lymphsystem hervorrufen kann. Da sich meine zwei Zwerge auch so unglaublich wohl bei mir gefühlt haben, dass ich schlussendlich zu einer Kaiserschnitt-Mami wurde, kann ich nun bei mir sinnieren, ob es nun die Hormone sind, der Kaiserschnitt oder einfach die Gene. Wer weiß. Noch mehr spannende und interessante Dinge über unser Lymphsystem könnt ihr auf jeden Fall in der Doku der Neuen Zürcher Zeitung erfahren. Allerdings muss man etwas bezahlen, wenn man sie ganz sehen will. Hier aber der Trailer.

Wie dem auch sei. Mein bellicon hilft mir mich zu „entstauen“ und wird von mir daher unglaublich dankbar nicht nur ausschließlich zum Muskelaufbauenden Training genutzt. So schwinge oder jumpe ich locker und leicht nach meiner Tagesform und bestimme gemeinsam mit meinem Körper und dessen Anforderungen jeden Tag mein Trainingsziel neu.

In diesem Sinne freue ich mich auf euch. Erstmal als Leser und hoffentlich bald wieder als Teilnehmer.


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