9. November, Berlin, Outside-Jumping …

… ein Erfahrungsbericht 😉
Zu erst muss ich ja wirklich ehrlich sein und zugeben, dass wir Schnarchnasen in unserer Superspontaneität tatsächlich verpennt haben, dass sich der Mauerfall zum 25.mal an diesem Tag jährt.
Oder besser gesagt, wir haben eins und eins nicht zusammengezählt! Klar war für uns der 09.11. der 25. Jahrestag des Mauerfalls und der 09.11. war der Tag, an dem wir mal mit unseren Trampolinen vor die Tür gehen wollten. Blöd, dass der 09.11. und der 09.11. ein- und derselbe Tag sind, oder?
Das haben wir dann aber am 07.11. auch bemerkt und uns schon einmal im Vorfeld darauf geeinigt, dass wir Gedenkfeiern nicht mit Scooter und dergleichen stören möchten. Dafür ist der Respekt gegenüber all den Menschen, die ihr Leben an der innerdeutschen Grenze lassen mussten, zu groß!
Bis zum 07.11. war auch schon so weit alles organisiert, dass ein kurzfristiges Absagen im Ganzen nicht wirklich vertretbar gewesen wäre. Und wir fühlten uns stolz wie Bolle, weil wir uns so sicher waren jede Eventualität ausschließen zu können, die die Aktion zum scheitern verurteilen könnte.
Daher, schnell das Brandenburger Tor aus dem Ablaufplan gestrichen und dann konnte ja nichts mehr passieren! So der Gedanke.
Die Anlage war da, die üblichen Jumping-verdächtigen waren da, das Auto war da, die Route war so fast festgelegt.
Um 10 Uhr hieß es dann Start und Treffen am Mauerpark. Weil Flohmarkt und da geht’s ja schon früh ab.
Hm, wir kamen an und ich sprach diese wunderbare, neuseeländische, junge Sängerin, namens Therese, an, ob wir sie für drei Songs stören dürften. Sie baute gerade ihren Verstärker auf und sagte, dass das kein Problem sei. Doch wann wollten wir denn anfangen?
„Na, um 10 Uhr!“, strahlte ich sie hochmotiviert an. „Uh! Schlecht! Hier kann man erst so ab 10.30 Uhr anfangen, sonst drehen die Anwohner durch und die Polizei ist so schnell da, noch bevor wir Jum…. nur aussprechen können!Und dann sind wir alle weg!“
Hmmm, da war er, der erste Denkfehler. Ich bin jetzt mal so, dass ich den oben beschriebenen Datumsdenkfehler nicht mitzähle. Der ist uns ja schon zwei Tage vorher aufgefallen *zwinker*
Na gut, wir sind ja ein motivierter Haufen, also ab zum Alex. Nothing’s gonna stop us now!
Nach ergiebiger Parkplatzsuche mit einem Riiiiiiiiiiesentranspoooooooorter schleppten wir Anlage plus drei Trampoline zum Alex. Nach einigem Abwägen positionierten wir uns nicht direkt bei der Weltzeituhr, wie geplant, denn da standen schon so viele Menschen. Und die hatten noch ein irre langes Transparent dabei, über das wir noch Witze machten, ob wir uns genau davor stellen sollten.
Wir sind dann aber zum Brunnen gegangen und konnten dann auch mal lesen, was da so drauf stand! Das gebe ich nicht wieder, weil einfach keine Lust! Und wahrscheinlich kann man es sich dann auch denken, wenn ich weiter von unserem Alex-Jumping berichte.
Wir haben erst einmal ganz entspannt abgelegt. Uns auf die Trampoline gestürzt, um dann zu bemerken, dass sich der Akku unserer Anlage über Nacht bei der Kälte entladen hatte.
Wie jetzt, selber singen? Unser Chef ist dann mal im Glauben, dass sie nur zu viel Kälte erwischt hat, zurück zum Bus, um das edle Teil vors „Gebläse“ zu stellen. War ja auch kühl, da sollte sich das Mädchen doch ruhig mal aufwärmen! Wir standen, gebe ich zu, ein wenig, wie die drei Damen vom Grill auf dem Alex auf unseren Trampolinen ohne Musik. Wer jetzt bei diesem Bild lacht, tut das berechtigterweise. Aber gegen die Kälte konnten wir ja schon einmal trockenhüpfen zum Amüsement der Vorbeigehenden.
Bester Spruch kam in diesem Zusammenhang von der Polizei an unsere Flyerverteilerin:
Sind die Damen auf den Trampolinen alkoholisiert?
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Ich wünschte ich wäre es gewesen. Denn einen Schnaps konnte ich schon längst vertragen. Und in den nächsten 20 Minuten hätte ich am liebsten gleich eine ganze Flasche davon gehabt.
Denn wir konnten einen netten Straßenmusiker überreden uns seinen Verstärker für drei Songs zu leihen. Nur weil er sein ganzes Equipment schon aufgebaut hatte, wollte er noch auf seinen Freund warten, der Kaffee holen war.
Klar, gar kein Problem. Ich sah den Freund kommen und in diesem Moment trabten auf einmal Parolen rufende schwarze Massen auf den Alex! Ich glaube das war der erste Augenblick, in dem wir realisierten, dass wir hier schön auf eine Neonazi-Demo getroffen waren. In meinen Gedanken zischte ich den Klaren schon auf ex.
Aber jetzt hatten wir eine Anlage und waren da! Wir sind ja auch von der knallharten Sorte.
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Schön war dann wenigstens nach dieser Aktion zu hören, dass uns gesagt wurde, dass es einfach Spaß macht, uns zu zu gucken und dass es vollkommen traurig ist, dass sich die meisten auf diese Idioten da vorne konzentriert hätten, mit ihren blöden Parolen und ihrer kranken Einstellung.
Jo, dem gibt es nichts hinzuzufügen!
Weil unsere Anlage ja noch keine Lust hatte, dachten wir, wir laden sie, während wir im Mauerpark Therese um ihre Anlage anschnorren, auf. Hatte ja schon auf dem Alex geklappt mit Fremdanlage.
Gedacht und schon waren wir den Plan angegangen. Nur das Therese’s Verstärker einen anderen Kabeleingang hatte. Jetzt standen wir am Mauerpark….ratet mal…wie die drei Damen vom Grill auf unseren Trampolinen ohne Musik. In meinem Kopf war ich schon bei der zweiten Flasche Schnaps.
Doch wir sind ja auch improvisationsfreudig, daher hat Therese einfach ihre Gitarre genommen und wir haben zu Akustik-Sound gejumpt.
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Unser Chef wollte sterben. Er meinte, da helfe auch kein Schnaps mehr! Wir drei auf den Trampolinen fanden es aber super. Hier noch einmal ein riesengroßes Danke an die fantastische Künstlerin. Und wer sie hören will, muss nächsten Sonntag zum Mauerpark.
Danach war auch unsere Anlage wieder in der Stimmung uns aktiv zu begleiten. Und es schien schon ein fast unspektakulärer Tag zu werden.
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Um das alles ein bisschen wieder aufzupeppen, kam unser Chef dann mal auf die Idee, uns mit den Trampolinen vor die Goldelse auf die Straße zu stellen. Da war ich dann bei meiner gedanklich dritten Flasche Schnaps! Ich habe vor nichts mehr Respekt als vor schnell fahrenden Autos, wenn ich nicht selbst drin sitze. Vielleicht erklärt das auch ein wenig unsere angestrengten Gesichtsausdrücke.
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Und wenn man schon mal da ist, dann gucken wir doch mal beim Reichstag vorbei. Vor dem fand gerade eine Demo und eine Gegendemo statt. Das gab dem ganzen schon wieder einen Touch, den ich sehr absurd nennen würde. Hinter uns skandieren Menschen ihre kontroverse Meinung durch Mikros und wir stehen davor und jumpen zu Sushy! Wer den richtigen Humor dafür hat, der muss jetzt bestimmt auch lachen. Ich fühlte mich ein wenig, wie in einem Monty Python-Film.
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Danach haben wir gesagt, jetzt nur noch zum Hauptbahnhof. Dort waren unglaublich viele Polizeiautos. Sie hatten den Europaplatz sozusagen umstellt. Ja, und viele, viele Menschen.
Und das war zum krönenden Abschluss das coolste Publikum! Wir mussten sogar einem Mannschaftswagen der Polizei eine Runde Flyer ausgeben.
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Aber eins ist sicher, so eine Aktion machen wir super gerne noch einmal, nur dann im Frühling und nicht mehr an einem speziellen und besonderen Tag 😉
Aber trotz allem Durcheinander….SCHÖN war’s und hat, im Rückblick, super viel Spaß gemacht. Ein Danke an alle, die dabei waren und das ermöglicht haben.

Liebste Grüße


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